Der Regenwald in Kamerun gehört zum Urwald des Kongo-Beckens – die grüne Lunge Afrikas. Die ist in Gefahr, weil noch immer zu viel Wald illegal gerodet wird.

Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anne Françoise Weber ist von der Hauptstadt Kameruns, Yaounde, nach Osten gefahren. Auf der Landstraße sind ihr ständig Lastwagen begegnet, die riesige Baumstämme mit Durchmessern von 1,5 bis zwei Meter transportiert haben. Tropenholz ist nach wie vor beliebt, auch in Deutschland, für Möbel, Böden und Gartenterrassen.

"Ich fand das sehr traurig, die vielen toten Bäume zu sehen."
Anne Françoise Weber, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Den Exportmarkt für Tropenholz teilen sich eine Handvoll internationaler Unternehmen, die in die EU oder China liefern. Die Holzunternehmen würden sich ganz gezielt das Edelholz aus dem Wald aussuchen und nicht flächendeckend abholzen. Das zweitklassige Holz würde in Kamerun bleiben. Für die Abholzung werden Konzessionen für Waldstücke vergeben.

Korruption und schwache staatliche Kontrollen

Für das legale Abholzen gibt es Vorschriften, wie zum Beispiel wieder aufzuforsten und verschiedene Baumarten zu erhalten. Ob diese Vorgaben reichen und als nachhaltige Forstwirtschaft bezeichnet werden können, kann unsere Reporterin nicht einschätzen.

"Dann gibt es eben Leute, die ihre Kettensäge zu Hause herausholen und mal eben einfach so abholzen. Die pflanzen bestimmt kein neues Bäumchen."
Anne Françoise Weber, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Menschen, die im Wald illegal abholzen und das Holz verkaufen, umgehen alle Vorschriften. Holz werde auch illegal exportiert. Für den Export muss das Holz eigentlich zertifiziert sein, aber es sei, so unsere Reporterin, nicht schwer die Zertifikate zu fälschen. "Es kommt bei uns an als zertifiziertes legal geschlagenes Holz. Ob es das wirklich ist, bleibt die Frage."

Laut einem EU-Bericht kommt mit das meiste illegale Tropenholz in der EU aus Kamerun. Die Regierung Kameruns würde mit Kontrollen versuchen, das zu unterbinden. Aber einer der Kontrolleure hat unserer Reporterin geschildert, wie die Transporteure mit Bestechung und Erpressung versuchen, die Kontrollen zu unterlaufen.

"Die Korruption ist ein Riesenproblem. Die geht bis ganz nach oben."
Anne Françoise Weber, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die EU selbst versucht mit dem Aktionsplan Flect gegen die illegalen Tropenholzimporte vorzugehen. Die Umsetzung stocke, sagt Anne, weil es Leute in der Verwaltung gebe, die bremsen. Anstatt auf Zertifikate zu vertrauen, könne sich auch jeder einfach selbst fragen, ob er unbedingt Tropenholz zu Hause brauche.

Alternative Produkte anstelle von Holz

Neben Holz gibt es noch die Nicht-Holz-Waldprodukte, mit denen die Menschen in Kamerun Geld verdienen könnten. Die deutsche Entwicklungshilfeorganisation GIZ fördert ein Projekt, bei dem Dorfbewohner die Pflanze Djangsang gewinnen, aus der Medizin oder Kosmetikprodukte gewonnen werden können.

Gleichzeitig versuche die GIZ auch, die Menschen zu bilden und ihnen klar zu machen, dass es für den Wald schlecht ist, wenn sie einfach illegal abholzen.

Ein gewisses Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz entwickele sich, sagt Anne. Die Menschen in Kamerun würden auch spüren, dass sich das Klima verändert. Zum Beispiel sei nicht mehr klar einzuschätzen, wann die Regenzeit beginne, sodass sie auch nicht mehr genau wissen, wann die beste Pflanzzeit ist.