Mehrfach umbenannt und monatelang angekündigt und immer wieder verschoben: Kanye West präsentiert im New Yorker Madison Sqaure Garden sein neues Album "The Life of Pablo" und zeigt wiedermal allen, wie Selbstvermarktung funktioniert.

Im vergangenen Jahr war Kanye West offensichtlich zu beschäftigt, seinen Turnschuh "Yeezy Boost" zu kreieren
oder mit Tochter North West zu spielen. Sein siebtes Studioalbum wurde jedenfalls nicht fertig. Bis jetzt. Mit einer bombastischen Inszenierung vor 15.000 Besuchern im New Yorker Madison Square Garden war es dann soweit. Kanye, der Gottvergleiche nicht scheut, zog mit seiner Familie und der Entourage mit einer halbstündigen Verspätung in den nicht ganz ausverkauften Veranstaltungsort ein.

Zig mal hatte er sein Album schon umbenannt und medienwirksam finale Tracklisten gepostet, die dann doch noch einmal geändert wurden. Letztendlich erscheint das Album unter dem Titel "The Life of Pablo", angelehnt an den Drogenboss Pablo Escobar.

"Für mich waren es die unterhaltsamsten 90 Minuten, die ich bisher in diesem Februar hatte."

Teil der Aufführung war eine Modenschau. Die Models - unter ihnen auch Supermodel Naomi Campbell - führten in einer Performance die Yeezy-Season-3-Collection vor. In Erdtönen und Oversize-Sportswear standen sie 90 Minuten bewegungslos zu Hunderten auf der Bühne: wie ein lebendiges Mahnmal.

"Mir haben vier von zehn Songs gefallen, der Rest ist mir ein bisschen zu schnulzig, aber wer R’nB mag, dem wird es gefallen."

Egal, was Kanye anfasst, es wird zum Medienereignis. Kurz vor der Veröffentlichung des Albums erregte er die Gemüter mit dem Twitter-Post über Bill Cosby, den er für unschuldig hält. Laut Tidal haben 20 Millionen Menschen das Großereignis über das Netz gestreamt.

"I made that bitch famous"

Das Album kommt als Rückbesinnung auf Kanyes Alben "College Dropout" und "808s & Heartbreak" daher. Nicht mehr so krachig und Rock-artig wie das letzte Album, dafür mehr R'nB. Rihanna, Future und Frank Ocean sind nur ein paar der Namen, die mitgemacht haben. Bei den Texten bleibt Kanye auch nicht hinter den Erwartungen zurück. Über Sängerin Taylor Swift sagt er: "Ich denke, Taylor und ich könnten noch Sex haben. Warum? Ich hab die Bitch berühmt gemacht."