Ein Naturbursche ist Kapax auf jeden Fall. Und für die Umwelt und den Amazonas hat er sich heldenhaft eingesetzt. Ein Denkmal bekommt er deshalb nicht, und langsam gerät der alternde Bezwinger des Dschungels in Vergessenheit.

Damals, als er noch jung war und vor Kraft strotzte, paddelte Kapax ganz allein den Amazonas im Einbaum hinunter, bezwang Krokodile, rauchte mit den Indios Pfeife und durchschwamm den 1300 Kilometer langen Rio Magdalena. Der Johnny Weissmüller Kolumbiens heißt bürgerlich Alberto Lesmes Rojas und ist inzwischen 70 Jahre alt. 

Schwimmen für die Natur

Sein Leben als Kapax begann tatsächlich mit einem Tarzan-Film, der ihn aus seiner kindlichen Einsamkeit riss. Die Eltern früh getrennt - Vater Deutscher, Mutter indianische Wurzeln - entdeckte der achtjährige Alberto ebenfalls seine Leidenschaft fürs Schwimmen. 

An seinem 29. Geburtstag nahm er sich den Rio Magdalena vor: Jeden Tag acht Stunden, 39 Tage lang,, durchschwamm er Kolumbien von Neiva bis zur Mündung. 30.000 Menschen empfingen Kapax am 7. August 1976 in der Hafenstadt Baranquilla an der Karibikküste. Als "Tarzan criollo", wie ihn die Kolumbianer empfingen, entstieg er dem Fluss. 

Kapax
© Deutschlandfunk Nova | Philipp Eins

Der kolumbianische Tarzan war geboren, weitere spektakuläre Aktionen folgten, alle mit dem Ziel, Aufmerksamkeit auf den bedrohten Amazonas, die Wälder, Pflanzen und Tiere zu legen. Mit einer Anaconda um die Schultern gelegt suchte er 2002 den damaligen Präsident Alvaro Uribe in der Hauptstadt Bogotá auf, um gegen die Abholzung der Wälder zu demonstrieren. Viel gebracht hat es nichts.

Kapax hat Rücken

Heute braucht der einstige Held Hilfe, um die Schlange aus ihrem Bastkorb zu heben. Der Rücken macht nicht mehr mit. Verblassende Filme und ein Fotobuch erinnern an die heldenhafte Zeit. Auch Helden wie Kapax sind eben nur Menschen.