New Kids on the Job: Jetzt braucht ihr nur noch die richtige Strategie für die ersten Tage. Bloß nicht auffallen? Oder volle Kraft voraus? Wir haben eine paar Ideen für einen guten Job-Start.

Martin Schulz konnte seinen neuen Job als "SPD-Kanzlerkandidat" nicht lange vorbereiten, umso mehr gibt es jetzt zu tun. Aber wie fängt man nur an? Und versaut es sich nicht direkt mit den neuen Kollegen? DRadio-Wissen-Reporter Stephan Beuting hat Tipps gesammelt.

Erstmal easy

Regel Nummer Eins: Bloß nichts überstürzen. Blinder Aktionismus am ersten Tag, also Einsatz auf unbekannten Terrain, rächt sich eher als wenn wir an den ersten Tagen noch etwas blass bleiben. Mal ein kleines Beispiel: Der Fahrradkurrier, der direkt zu Beginn mit dem Rad in die Schienen gerät und auch noch zwei ausgelaufene Bierflaschen im Rucksack trägt, hat schnell seinen Stempel weg. Um diesen loszuwerden muss er ganz schön ackern. Also erstmal mit angezogener Handbremse starten.

Und auch auf anderen Gebieten kommt es nicht so gut an, direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Die neue Kollegin etwa, die sofort das ganze Büro nach ihren Wünschen umstellt, kann die alteingesessenen Mitarbeiter vor den Kopf stoßen. Veränderung braucht Fingerspitzengefühl. Das sagt auch Jochen Mai von karrierebibel.de:

"Jeder der so auftritt wie 'Ich weiß schon alles. Ihr müsst euch mir anpassen, nicht umgekehrt oder ich pfeife auf eure Traditionen und machen jetzt alles anders' der kann einfach nur verlieren."
Jochen Mai, Autor und Karrierecoach

Der neue Chef erwartet Performance, das Team hat aber seine Rollen eingenommen. Es geht darum gleichzeitig seinen Job zu machen und dabei nicht unnötig andere zu verprellen. Schließlich will man ja später noch zusammenarbeiten. Was aber wenn die neuen Kollegen direkt zu Beginn die Ellbogen ausfahren und die Zähne zeigen?

Sei du selbst, aber bleib dran

Dann ist strategisches Vorgehen gefragt. Das funktioniert - mal negativ ausgelegt - nach dem Prinzip: Kenne deinen Feind. Es heißt aber auch - positiv ausgelegt - sich den anderen anzunähern. Dabei schmälert sich im besten Fall dann auch das Feindbild, das die anderen von einem aufgebaut haben. Damit das gelingt, ist eine Spur Anpassung und Bescheidenheit notwendig. Denn das zeige schon die Sympathieforschung, sagt Jochen Mai: "Alles, was uns ähnelt, finden wir sympathisch."

"Ich mache mir das Leben angenehmer, wenn ich sage: Hey ich bin gar nicht so ein Toller und hole den anderen runter von seinen Ängsten, die er auf mich projiziert."
Jochen Mai, karrierebibel.de

Wichtig aber auch dabei, nicht komplett zur falschen Fassade zu werden. Ebenfalls unersätzlich: Seine eigenen Konflikte austragen. Das heißt nicht unbedingt in wilde Angriffsstellung verfallen, sondern sie aktiv angehen.