Wie genau sieht die Oberfläche des Mondes aus? Das zeigt jetzt zum ersten Mal eine einheitliche geologische Karte, die "Unified Geologic Map of the Moon". Dafür haben Forschende alte Karten aus Apollo-Missionen ausgewertet und sie mit neuesten Daten von Raumsonden kombiniert.

Menschen waren bereits vor über 50 Jahren auf dem Mond, aber sie haben bei ihren Missionen nur einen ganz kleinen Teil gesehen. Dennoch ist die Oberfläche des Mondes inzwischen gut erfasst - durch Fotos oder Roboter, die etwa mit Radarstrahlen die Beschaffenheit des Himmelskörpers vermessen haben.

Jetzt haben Forschende alle bisher erfassten Daten zusammengenommen und - ähnlich einem Puzzle - eine Karte der Geologie des Mondes erstellt. Die Karte hat eine extrem feine Auflösung. Wer sie sich aus dem Netz herunterladen möchte, muss (bei normaler Downloadgeschwindigkeit) ein paar Minuten Zeit haben.

Das Tolle ist, dass das jetzt eine einheitliche Karte ist, die den ganzen Mond zeigt."
Michael Büker, Astrophysiker

Astrophysiker Michael Büker sagt, auf dem Mond seien vor allem die Pole spannend: Dort gibt es nämlich auf der einen Seite Orte, an die niemals Sonnenlicht kommt und wo man sogar Eis findet. Auf der anderen Seite Bergspitzen, die immer von der Sonne angestrahlt werden - und die niemals in der Dunkelheit liegen.

"Mein Lieblingsort wäre vermutlich der Krater Tycho auf der Südhalbkugel."
Michael Büker, Astrophysiker

Auf der Südhalbkugel liegt ein Krater, der den Namen Tycho trägt und 80 Kilometer breit ist. In der Mitte liegt ein etwa 1500 Meter hoher Zentralberg. Und auf diesem Berg wiederum liegt ein Felsbrocken, so groß wie der Reichstag in Berlin. Dort würde Michael Büker gerne mal stehen - wenn er zum Mond reisen könnte.

Werkzeug für die Mondforschung

Alle, die sich schon länger mit dem Mond beschäftigen, werden nichts Neues finden, sagt Michael Büker. Aber die Karte sei ein wichtiges Werkzeug für diejenigen, die Mondmissionen oder Forschungsprojekte planen. Denn es lasse sich gut erkennen, welche Stellen sich für bestimmte Forschungsfragen eignen oder auch nicht.