In Teelichtern und anderen Kerzen kann sich Palmöl verstecken. Nicht immer ist es deklariert. Die Deutsche Umwelthilfe fordert eine bessere Kennzeichnung.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert: "Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist es fast unmöglich zu erkennen, ob in Kerzen Palmöl aus Regenwaldzerstörung enthalten ist" - so heißt es in einer Presseerklärung des Vereins.

Palmöl an sich ist nicht unbedingt schlecht. Doch der zunehmende Anbau von Ölpalmen zerstört den Regenwald, der dafür gerodet wird. Und bei der Herstellung von herkömmlichem Palmöl entstehen Schadstoffe, die möglicherweise krebserregend sind, wie die Verbraucherzentrale warnt.

"Bei nachhaltigem, zertifiziertem Palmöl werden bestehende Landwirtschaftsflächen genutzt, um dort Ölpalmen anzubauen. Bei nicht nachhaltigem werden neue Regenwaldflächen gerodet oder abgebrannt."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Es macht einen großen Unterschied, ob in einem Produkt, seien es Lebensmittel oder Kerzen, nachhaltiges und fair-gehandeltes Palmöl steckt oder nicht, wie unsere Reporterin Rahel Klein erklärt. Doch wir können anhand der Verpackung diesen Unterschied nicht erkennen. Auf vielen Kerzen steht überhaupt nicht, woraus das Wachs besteht.

52 Unternehmen wurden befragt

Darum hat die DUH exemplarisch 52 Unternehmen befragt, um herauszufinden, ob in den Kerzen, die sie verkaufen, Palmöl steckt und ob beziehungsweise wie das gekennzeichnet ist.

Befragt wurden Baumärkte, Möbelhäuser, Drogerieketten, Dekoläden, Kerzenhersteller, Supermarktketten – "eben die Händler, bei denen viele von uns sicherlich ihre Kerzen kaufen", so Rahel Klein.

Aldi, Ikea oder dm nutzen nachhaltiges Palmöl

Das Ergebnis: 40 Prozent der befragten Unternehmen machten keine Angaben, knapp 30 Prozent gaben an, dass ihre Kerzen aus nachhaltigem Palmöl bestehen. "Allerdings kennzeichnet das kaum ein Unternehmen", so unsere Reporterin.

Um welche Unternehmen es sich handelt, können wir in einer PDF der DUH nachsehen: Aldi, Lidl oder Kaufland, dm und Ikea beispielsweise gaben an, nur nachhaltiges Palmöl zu nutzen.

"Die allermeisten Kerzen hierzulande sind aus Paraffin. Das ist allerdings auf Erdölbasis und sowieso schlecht für die Umwelt."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

In der Gesamtschau sind Kerzen aus Palmöl immer noch seltener zu finden als solche aus Paraffin. Doch aus Umwelt-Gesichtspunkten kann Wachs aus Paraffin, einem Erdöl-Produkt, keine Alternative sein.

Reine Bienenwachskerzen als umweltfreundliche Alternative

Reine Bienenwachskerzen wären umweltfreundlicher, meint die DUH. Letztlich empfiehlt der Verein aber einen maßvollen und bedachten Konsum möglichst nachhaltiger Kerzen und ein Gesetz, das eine Deklaration der Inhaltsstoffe verbindlich macht und so für mehr Transparenz beim Kerzenkauf sorgt.

"In Bienenwachskerzen ist in der Regel kein Palmöl drin. Es gibt aber manchmal Kerzen, die enthalten nur einen Bienenwachsanteil und der Rest ist dann aus anderen Produkten. Das ist dann in der Regel Paraffin aus Erdöl und grundsätzlich keine gute Lösung."
Sascha Müller-Kraenner, Deutsche Umwelthilfe