Die meisten haben am Fahrrad eine stinknormale Kette. Aber es gibt eine Alternative: den Riemenantrieb. Der ist nicht neu. Über Vor- und Nachteile wird aber immer noch diskutiert.

Wir wollen mitdiskutieren. Unser Reporter Paulus Müller ist begeisterter Radfahrer und hat sich die Alternative Riemenantrieb nochmal genau angeschaut.

"Der Riemenantrieb ist aus Kunststoffen und Karbonfasern gefertigt", sagt Paulus Müller. Eine Kette läuft in Kombination mit unterschiedlichen Ritzeln, der Riemen hingegen läuft über zwei Riemenscheiben. An der Innenseite hat er kleine Zähne. Diese greifen ineinander mit den Zähnen der Riemenscheiben.

Vorteile eines Riemenantriebs

  • Der Riemenantrieb ist viel leiser. "Man gleitet fast lautlos über die Straßen", sagt Paulus Müller.
  • Der Zahnriemen ist total wartungsarm, so unser Reporter. "Eine Kette musst du regelmäßig säubern und ölen. Jedenfalls, wenn du willst, dass sie gut läuft." Das entfällt beim Riemenantrieb.
  • Da der Riemenantrieb nicht geölt wird, macht ihr euch und eure Kleidung nicht schmutzig. Es braucht auch keinen Kettenschutz.
  • Und er hält länger als eine Fahrradkette. Die hält im Schnitt – abhängig von der Belastung und Pflege – zwischen 2.000 und 7.000 Kilometern. Beim Riemenantrieb garantieren die Hersteller zwischen 10.000 und bis 20.000 Kilometer.

Nachteile eines Riemenantriebs

  • Der Zahnriemen schneidet schlechter ab als die Kette, wenn es um Effizienz und Wirkungskraft geht. Denn von der Tretenergie wird weniger in die Radbewegung umgesetzt als bei einer Kette.
  • Der Riemenantrieb ist nur möglich in Kombination mit einer Nabenschaltung. Die ist wartungsarm. "Aber sie hat auch einen geringeren Wirkungsgrad als eine gut gepflegte und gut eingestellte Kettenschaltung", sagt Paulus Müller.
  • "Die Nachteile bei der Leistung von Schaltung und Riemen addieren sich."

Der Riemenantrieb hat also auch Nachteile. Dennoch kommt er für viele Fahrradfahrer und -fahrerinnen dennoch in Frage. Denn es kommt darauf an, wie ihr euer Fahrrad nutzt.

Hubert Hinzen von der Hochschule Trier hat Antriebe von Fahrrädern untersucht und findet, dass Kette und Riemenantrieb sinnvoll sein können – je nach Bedürfnis.

"Wenn es um Wartungsarmut und Sauberkeit geht, hat der Riemenantrieb durchaus seine Berechtigung. Wenn es darum geht, die Leistung möglichst effizient auszunutzen, erst recht im Radrennsport, da hat der Riemen keine Chance."
Hubert Hinzen, Hochschule Trier

Es kommt also drauf an, was euch wichtiger ist und wofür ihr euer Fahrrad nutzen wollt. Wichtig sind aber auch noch ganz andere Faktoren, erinnert Paulus Müller. "Wenn du mit Kettenschaltung deine Reifen nicht ordentlich aufgepumpt hast, dann verlierst du wahrscheinlich mehr Energie als dir durch einen Riemenantrieb flöten geht."

Es kommt also drauf an.