Würde Khola Maryam Hübsch kein Kopftuch tragen, hielte sie jeder für eine ganz normale Deutsche, an der es nichts zu meckern gibt. Sie trägt aber Kopftuch, und nun erfährt sie jeden Tag Diskriminierung. Eine absurde Situation.

Die deutsche Journalistin und Buchautorin Khola Maryam Hübsch ist Tochter eines deutschen Konvertiten und einer muslimischen Inderin. Sie ist als Muslima geboren. Mit 14 hat sie das Kopftuch angelegt, seitdem ist sie als Muslimin zu erkennen und erlebt jeden Tag Diskriminierung. Ohne Kopftuch war das anders.

"Du kannst keine Deutsche sein, das geht nicht zusammen", hat man ihr damals gesagt. "Das war eine ganz neue Erfahrung für mich, als Ausländer betrachtet zu werden", sagt sie.

"Wir sind uns nah"

Maryam hat wenig Verständnis für Ängste, die auf dem Islam begründet sind. So seien bei den meisten Terror-Anschlägen in erster Linie Muslime betroffen - der Islam hat also genauso wie der Westen ein Interesse daran, den Terror zu bekämpfen. Dann gibt es die Angst vor der kompletten Verschleierung - aber in Deutschland trägt so gut wie niemand Burkas. Und in der Schweiz wird ein Minarette-Verbot beschlossen, obwohl es nicht einmal ein Dutzend Minarette im ganzen Land gibt.

Maryam versucht so gut es geht mit Nicht-Muslimen ins Gespräch zu kommen, sagt sie. Und dann merke man auch schnell, dass Muslime und Nicht-Muslime in Deutschland ziemlich nah beieinander sind.