Im Kino lassen wir uns berieseln. Einfluss auf die Story haben wir dabei nicht. Das könnte sich mit dem Film "Late Shift" ändern. Denn die Zuschauer können den Verlauf per App bestimmen - und immerhin hat der Film sieben verschiedene Enden.

Wie oft wünschen wir uns ein anderes Filmende, oder zumindest eine andere Wendung. Baptiste Planche und Tobias Weber des Schweizer Start-ups "CtrlMovie" ging es genauso. Deshalb haben sie eine App entwickelt, mit der die Handlung ihres Films "Late Shift" steuerbar wird. Zuschauer können sich den Film im App Store downloaden und mit der App an 180 Stellen verschiedene Entscheidungen treffen.

"Nicht jede Entscheidung bewirkt, was sie im Vorfeld verspricht. Mit einem Videospiel kann Late Shift deshalb nicht mithalten. Denn dafür ist mein Einfluss einfach zu gering."
DRadio Wissen Reporterin Simone Schlosser

Die erste Entscheidung kommt ziemlich früh: In der U-Bahn wird Student Matt, die Hauptfigur des Films, von einem Touristen abgefangen. Während Bild und Musik weiter laufen, erscheinen zwei digitale Buttons. Der Zuschauer kann wählen, ob Matt in die Bahn einsteigen oder dem Touristen helfen soll. In Großbritannien und der Schweiz läuft "Late Shift" auch im Kino. In der Kinoversion entscheiden alle Zuschauer jeweils einzeln per App, und ein Programm ermittelt dann die Mehrheit. Für Baptiste Planche und Tobias Weber von "CtrlMovie" sind solche Filmevents das Kino der Zukunft.

"Es ist schon interessant, was passiert, wenn fünfzig oder hundert Leute gemeinsam bestimmen, wo die Geschichte zusammen durchgehen muss. Da ist es immer laut. Da wird gelacht. Da wird gebuht."