Wir alle wollen nachhaltig leben. Dazu gehört auch, Klamotten nicht ständig neu zu kaufen. Aber dazu braucht es Qualität. Woran erkennt man die? 

Wir kennen das: Das Lieblingsteil hält maximal eine Saison, andere Klamotten halten viel länger. Auf ein paar Dinge können wir schon beim Kaufen achten, sagt Thomas Lange, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer vom German Fashion Modeverband Deutschland. Er rät zu allererst, sich schon im Laden die Etiketten anzuschauen. 

Die Hinweise, wie man das Kleidungsstück waschen soll, also bei wieviel Grad (!), sollte man beachten, dann hält es länger. Hinweise auf Qualität geben aber auch die Angaben, welches Material verwendet wurde. Hier unterscheiden die Experten zwischen Natur- und Chemiefaser. Das heißt, wenn eine Naturfaser wie Baumwolle oder Wolle verwendet wurde, ist es ein Indiz für gute Qualität. 

​"In der europäischen Textilkennzeichnungsverordnung ist geregelt, dass die Faserzusammensetzung in absteigender Reihenfolge angegeben werden muss."
Thomas Lange, German Fashion Modeverband Deutschland

Ein häufiges Problem, das uns gerade jetzt im Herbst begegnet, sind Wollpullis, die diese kleinen Knötchen bilden. Das ist das sogenannte Pilling. Das sieht nicht schön aus und ist ärgerlich. Auch hier kann man vor dem Kaufen aber schon einen Test machen. 

"Dazu einfach zwei Pulloverteile aneinander reiben. Wenn sich dann schon kleine Knötchen entwickeln, sollte man die Hände weg lassen."
Thomas Lange, German Fashion Modeverband Deutschland

Schön ist es ja auch immer, wenn die Klamotten die Farbe behalten, die sie beim Kauf haben. Ob sie später beim Waschen abfärben oder nicht, lässt sich auch vorab herausfinden, indem man ein weißes Taschentuch mitnimmt zum Einkaufen. Wenn man das an der Jeans oder dem T-Shirt entlang reibt und es abfärbt, kann man davon ausgehen, dass auch hier die Qualität eher minderwertig ist. Und zu guter letzt, sollten wir unsere Sinne zur Qualitätsprüfung einsetzen. 

Nähte prüfen und Sinne einsetzen

Riechen, schauen, fühlen - darüber kann man schon das ein oder andere Mal Billo-Klamotten von Qualitätsstoffen unterscheiden. Völlig legitim ist es zum Beispiel, im Laden an den Nähten zu ziehen, um zu prüfen, ob sie halten. Man kann sich die Naht auch mal genau ansehen. 

"Ist die Naht in gerader Linie genäht? Auch das ist ein Qualitätsmerkmal. Auch, dass sie doppelt genäht ist."
Thomas Lange, German Fashion Modeverband Deutschland
Doppelte Naht bei Jeans.
© dpa
Diese Jeans haben eine doppelte Naht.

Im Gegensatz dazu sollten wir von Klamotten, bei denen sich die Nähte an den üblichen kritischen Stellen schon auseinander ziehen lassen, die Finger lassen. Wer so ein Mensch ist, der immer alles anfassen muss, sollte sich auch nicht einreden lassen, dass das falsch ist, denn man kann die Qualität von Baumwolle zum Beispiel durchaus ertasten. Hier gilt: Sie ist umso besser, je feiner und samtiger sie sich anfühlt.