Eine Mottenplage gefährdet die Ausstellungsstücke im Natural History Museum in London. Mit einem ganz perfiden Trick werden die Motten jetzt bekämpft.

Wer einmal Motten im Schrank hatte, weiß wie hartnäckig sie sein können. Verschiedene Methoden werden empfohlen, um die kleinen Insekten aus den Kleiderschränken zu verbannen. Beispielsweise Pheromon-Klebestreifen aufhängen, Klamotten heiß waschen, bügeln oder die Kleidung für ein paar Tage ins Eisfach legen. Die Kleidermotten komplett loszuwerden, grenzt allerdings an ein Wunder. Sobald man wenige Eier oder Larven übersieht, fängt das ganze Spiel schnell wieder von vorne an.

Ausgestopfte Tiere - ein Festessen für Motten

Und auch Museen bleiben nicht verschont, wie das Beispiel vom Natural History Museum zeigt. Hier geht es nicht dem innig geliebten Mohair-Pulli an den Kragen, aber der Verlust von naturhistorischen Objekten ist natürlich viel schwerwiegender. Tierische Fasern sind für die Insekten ein Leckerbissen. Da die Motteneier extremen Temperaturen nicht standhalten können, versuchte das Museum. die Eier erst einmal durch tiefkühlen, zu vernichten. Ohne Erfolg!

"Die befallenen Exponate sind in eine gigantische Kühlkammer reingekommen. Dort lagen sie drei Tage bei minus 30 Grad, das hilft eigentlich gegen den Larvenbefall."
Klaus Jansen, Wissensnachrichten

Die neue Technik der Geschlechtsverwirrung

Inzwischen haben Wissenschaftler eine noch viel effektivere Methode entwickelt: Sie hängen eine Art Pheromonfalle auf. Wenn männliche Motten sich darauf niederlassen, werden sie mit dem Duft einer weiblichen Motte überschüttet. Das hat den Effekt, das männliche Motten versuchen, die Männchen, die jetzt nach Weibchen riechen, zu begatten. Und weil die Männchen nun viele stärker nach Pheromon riechen, als die weiblichen Insekten, werden diese links liegen gelassen. Und die Folge: Die Motte können sich nicht mehr vermehren. Und da die Lebenserwartung von einer Motte nicht so hoch ist, ist auch schnell Schluss mit der Plage.