Die Corona-Pandemie beeinflusst auch, welche Kleidung gekauft wird. Besonders Oberteile sind gerade beliebt. Warum das so ist? Unserer Reporterin Anke van de Weyer hat eine Vermutung.

T-Shirts, Blusen und ähnliche Kleidungsstücke hat der US-Konzern Walmart jedenfalls in den vergangenen Wochen auffällig gut verkauft – auch online – , der Umsatz mit Hosen ist hingegen unverändert geblieben. Walmart ist der weltweit größte stationäre Einzelhändler.

Anke sieht einen Zusammenhang zwischen Arbeit im Homeoffice, dem Wunsch obenrum gut auszusehen und entsprechend einzukaufen. Die Regeln für ein gepflegtes Äußeres im Job gelten aktuell hauptsächlich für den Oberkörper.

"Wenn im Homeoffice kommuniziert wird, dann über Telefon oder Video-Calls. Im Homeoffice gilt: keine Hose, kein Problem."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Andererseits ist gemütliche Freizeitkleidung oder Loungewear aktuell ziemlich beliebt. Der Online-Versandhändler Zalando gibt an, dass im Vergleich zu 2019 gerade doppelt so viele Sweatshirts und Jogginghosen gekauft werden.

Anerkennung für die Jogginghose

Für Anke wenig überraschend: Mehr Menschen hängen zuhause herum und wollen es doch dann wenigstens gemütlich haben. Es gibt also Anlass zu der Sorge, dass die Jogginghose langfristig salonfähig wird.

Zwei Beispiele: Die Vogue-Herausgeberin und Stilikone Anna Wintour zeigte sich auf Instagram in Jogginghose, der Organist Cameron Carpenter streamte Bachs Goldbergvariationen im Schlabberlook.

Auch Sportkleidung, die sich nicht so gemütlich trägt, ist im Moment besonders populär: Lauf- und Yogakleidung beispielsweise. Auch Socken gehen bei Zalando gut, und zwar eher die modischen, bunten Paare. Socken, die sich als Accessoire tragen lassen.

"Von diesen bunten Socken wurden laut Zalando während der Pandemie doppelt so viele verkauft wie vorher – modische, bunte Paare. Nicht so die Sneakersocken."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Bei Schuhen liegt die Sache etwas anders. Außer Hausschuhen werden Schuhe deutlich weniger nachgefragt. Damit kennt sich das Footwear's Panel of Experts aus. Hier sind Schuh- und Lederwarenhersteller organisiert. Sie schätzen, dass in Folge der Corona-Pandemie der Konsum von Schuhen in Europa um 27 Prozent zurückgehen könnte, stärker noch als in Asien und Nordamerika.