In den USA gibt es Facebook Marketplace schon seit Oktober 2016. Ab sofort ist die Kleinanzeigen-App des sozialen Netzwerks auch auf dem europäischen Markt verfügbar.

Das Kleid vom letzten Sommer passt nicht mehr? Das Ikea-Möbel ist zu groß für die neue Wohnung? Kein Problem. Foto machen, in der Facebook-Gruppe für den jeweiligen Ort hochladen und zack, weg ist das gute Stück. So lief das bisher, wenn wir bei Facebook ohne großen Aufwand etwas loswerden wollten.

Screenshot Facebook Marketplace
© Screenshot Facebook Marketplace
So sieht er aus, der neue Marketplace von Facebook.

Ab sofort gibt es dafür ein eigenes Tool: Marketplace. Für die Kleinanzeigen-Community hat Facebook auch eine extra App gebastelt. In der lässt sich, ähnlich wie bei Ebay-Kleinanzeigen, bequem nach neuen Errungenschaften stöbern. In den USA wird bei Marketplace so gut wie alles angeboten. Von getragenen Kinderschuhen bis hin zum Büroloft. Den Preis legen die User selber fest - oder handeln ihn eben aus.

Facebook kooperiert mit Ebay

Anders als bei Ebay gibt es allerdings keinen Käufer- oder Verkäuferschutz. Dafür soll Marketplace vor allem regional funktionieren. Das heißt: Wir finden vor allem Sachen, die in unserer näheren Umgebung angeboten werden. Bei Selbstabholung lässt sich auch die Geldübergabe leicht regeln.

Als Konkurrenz zu Ebay sieht sich Facebook trotzdem nicht. Im Gegenteil. Die Plattformen kooperieren miteinander. In den USA wurden jetzt versuchsweise "Daily Deals" von Ebay auch in Facebooks Marketplace eingeblendet. Wer draufklickt, landet im Ebay-Angebot und kann dort den Kauf tätigen, bleibt aber weiterhin in der Facebook-App. Die Kooperation ist aber nicht exklusiv. Auch andere Anbieter können sich bei Facebook Marketplace einkaufen.

"Einerseits versucht Facebook den Marketplace attraktiver zu machen, mit der Möglichkeit, etwas abgesichert zu kaufen - andererseits ist Facebooks oberstes Ziel: die Leute in der App zu halten."
Netzreporter Michael Gessat über die Strategie von Marketplace

Das Facebook die Nutzer nur ungern aus der eigenen App entlässt, hat einen simplen Grund: So kann das soziale Netzwerk lückenlos die Aktivitäten seiner Nutzer im Auge behalten - und damit sehr gezielt Werbung platzieren.