Die Unterhändler haben die Vorarbeit erledigt, jetzt wird's ernst: In Paris verhandeln auf der Klimakonferenz die Umweltminister über einen Entwurf, aus dem der neue Klimavertrag werden soll. Ilka Wagner, stellvertretende Leiterin der deutschen Delegation, weiß: Es wird eine stressige Woche.

Um sieben Uhr morgens Abfahrt zum Konferenzgelände, Sitzungen bis 3 Uhr nachts oder noch länger: So sieht die Woche für Ilka Wagner und ihre Kollegen aus. Die stellvertretende Leiterin der deutschen Delegation auf der Klimakonferenz in Paris reist seit neun Jahren von Gipfel zu Gipfel und hat dabei schon viele Enttäuschungen erlebt - wenn es mal wieder keine Einigung gab oder nur eine Einigung auf den geringsten gemeinsamen Nenner, die dann nicht besonders wirkungsvoll ist.

"Wir hoffen, dass wir endlich mal die Sektkorken knallen lassen können nach all den Jahren."
Ilka Wagner, stellvertretende Leiterin der deutschen Delegation auf der Klimakonferenz

Dieses Mal ist Ilka Wagner ganz zuversichtlich, dass es klappen könnte - mit einem internationalen Klimavertrag, der dann auch was bringt. Die Stimmung sei gut, es werde wohl ein Vertrag zustande kommen, "jetzt geht es nur noch darum, was drin steht", sagte Ilka Wagner im Gespräch mit DRadio Wissen. Über einige Knackpunkte werde diese Woche aber noch heiß diskutiert werden: Die deutsche Delegation wünsche sich zum Beispiel eine klare Festlegung von Klimazielen im Vertrag, an die sich die einzelnen Länder halten müssen und die auch regelmäßig überprüft werden.

Delegierte unter Druck

Die Erwartungen und auch der Druck hinter den Kulissen seien groß, sagt Ilka Wagner: Alle blicken auf Freitag, den Tag, an dem der Vertrag stehen soll. Bis dahin werde es wohl noch viele Nachtsitzungen geben, bei denen die Delegierten und Experten im Hintergrund ihre Minister unterstützen müssen. Und die Nacht, bevor der Vertragstext abgeliefert werden soll, wird durchgemacht - da ist sich Ilka Wagner schon jetzt sicher.

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