Klimaneutrales Benzin – das klingt wie ein Widerspruch. Doch Forscher der Technischen Uni Bergakademie Freiberg ist es gelungen CO2-neutrales Benzin herzustellen. Bis ihr das tanken könnt, müssen die Forschenden es noch schaffen, große Mengen davon zu produzieren.

Klimafreundliches Benzin bedeute zunächst, dass Benzin, wenn es verbrennt, CO2-neutral ist, erklärt Bernd Meyer. Er ist Leiter des Instituts für Energie, Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen der TU Bergakademie Freiberg. Für die Produktion des Benzins werden CO2-neutrale Einsatzstoffe benötigt. Während Raps und Öl für Biogas genutzt werden, versuchen die Forscher der TU Freiberg Holzabfälle aus der Produktion, die bislang einfach nur verbrennt werden, chemisch zu nutzen.

"Klimafreundliches Benzin heißt doch, dass das Benzin, wenn es verbrannt wird, CO2-neutral sein soll."
Bernd Meyer, TU Bergakademie Freiberg

Die Forscher der TU Freiberg haben ein Verfahren entwickelt, dass bei der Verbrennung aus dem Kohlenstoff des Holzes ein Synthesegas erzeugt. Dieses bestehe aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff und werde dann verwendet, um chemische Synthesen durchzuführen – zum Beispiel die Grundchemikalie Methanol und andere chemische Produkte daraus zu gewinnen - ebenso wie Kraftstoffe, sagt Bernd Meyer.

Fortschritt: CO2-ärmerer Verkehr

CO2-frei sei das Benzin allerdings nicht, aber CO2-neutral. In die Atmosphäre gelange bei der Verbrennung des CO2-neutralen Kraftstoffs nur die Menge an CO2, die der Atmosphäre beim Pflanzenwachstum vorher entzogen wurde, erklärt Bernd Meyer. Das sei der große Fortschritt und ein Hebel, wie der Verkehr in Zukunft CO2-ärmer gestaltet werden könne, so der Forscher. Insbesondere der Schwerlast- und Schiffsverkehr und vor allem die Luftfahrt werden auf Dauer nicht auf Flüssigkraftstoffe verzichten können.

"Das ist der große Fortschritt. Das ist ein Hebel, wie der Verkehr CO2-ärmer gestalten werden kann."
Bernd Meyer, TU Bergakademie Freiberg

16.000 Liter CO2-neutrales Benzin haben die Forscher produziert. Bis das in großen Mengen hergestellt und an Zapfsäulen getankt werden könne, müsse allerdings noch viel Forschung betrieben werden. Doch die Prinzipien seien nachgewiesen. Verbraucher müssen sich allerdings auf einen höheren Benzin-Preis einstellen, sagt Bernd Meyer: Es wird nicht so günstig sein wie das Benzin aus Erdöl.