Diskussionen über den Klimaschutz drehen sich oft ums Geld. Etliche Studien haben schon gezeigt, dass sich Investitionen in den Klimaschutz lohnen – je früher, desto mehr sparen wir später. Forschende haben jetzt berechnet, ab welchem Alter sich der Klimaschutz rein wirtschaftlich gesehen besonders lohnt.

Wenn es um Maßnahmen für den Klimaschutz geht, kritisieren junge Menschen oft, dass ihnen die Entscheidungsmacht in der Politik fehle. Letzten Endes würden alte Menschen über ihre Zukunft entscheiden, so der Vorwurf.

Bei der vergangenen Bundestagswahl hat sich der Vorwurf bestätigt: Fast 40 Prozent der Wahlbeteiligten waren über 60 Jahre alt. Sie haben ihre Stimme vor allem der CDU/CSU und der SPD gegeben. Bei den 18- bis 24-Jährigen waren die Grünen die stärkste Partei – wenn auch knapp.

Klimaschutz: Gut für alle ab 1960

Forschende der University of California haben jetzt untersucht, für wen sich Investitionen in den Klimaschutz finanziell lohnen. Das Ergebnis: Menschen, die vor 1960 geboren sind, haben einen wirtschaftlichen Nachteil. Für alle, die nach 1960 geboren sind, zahlt sich der Klimaschutz aber aus. Am meisten profitieren diejenigen, die nach 1990 geboren sind.

Für ihre Studie haben die Forschenden untersucht, wie sich das Bruttolandinlandsprodukt eines Landes entwickeln würde, wenn es gemäß den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens handeln würde. Also auch seine Investitionen dahingehend anpassen würde, dass die globale Erwärmung unter der Marke von zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bleibt. Dieses Szenario haben sie für 169 Länder berechnet.

Es kommt auch aufs Land an ...

Danach ist das Ergebnis einerseits davon abhängig, wo die Menschen leben. In den reichen Ländern in Westeuropa oder Nordamerika lohnt sich Klimaschutz langfristig für alle, die nach 1970 geboren sind. Hier ist Generationen-Ungerechtigkeit weniger ein Thema.

In ärmeren Ländern sieht das anders aus. Dort haben ältere Menschen mehr Nachteile durch eine Klimaschutzpolitik. Ihr Bruttoinlandsprodukt würde pro Kopf um drei Prozent abnehmen. Die Jüngeren hätten hingegen einen Gewinn von bis zu sechs Prozent pro Kopf. Je nach Land gibt es durch Investition in den Klimaschutz also einen großen Unterschied zwischen Jung und Alt.

... und darauf, wie alt der Durchschnitt ist

Ein weiterer Punkt ist die Bevölkerungsstruktur. In den Ländern in Lateinamerika und Asien zum Beispiel haben drei Viertel der Menschen einen Vorteil durch mehr Klimaschutz, weil die Bevölkerung im Durchschnitt jünger ist. In Russland lohnt sich Klimaschutz wiederum nur für maximal ein Drittel der Menschen.

"Generell stimmt es schon, dass jüngere Menschen eher von Klimaschutz profitieren als ältere. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn. Es hängt eben auch davon ab, wie reich ein Land ist und wie groß der Anteil der Menschen dort ist, der von Klimaschutzmaßnahmen profitiert. Laut der Forschenden wird sich die Schere zwischen alt und jung hinsichtlich der Vor- und Nachteile in Zukunft verstärken.