Die Carbon-Catcher-and-Storage-Technologie ermöglicht CO2 aus der Luft zu ziehen und anschließend unterirdisch zu speichern. Das ist Chance und Risiko zugleich.

Carbon-Dioxid-Catcher-and-Storage-Techiken (CCS) können der Luft CO2 entziehen oder bei industriellen Prozessen direkt auffangen - und dann sicher wegschließen, zum Beispiel in Gesteinsformen unter dem Meer. Das ist die Idee.

Das dient dem Klimaschutz. Allerdings weißt das Umweltbundesamt auch darauf hin, dass die unterirdische Lagerung auf dem Land oder unter dem Meer auch Risiken mit sich bringen kann.

Denn mögliche Lecks können zu Versalzungen, also Schäden, im Grundwasser, in Böden und Oberflächengewässern führen.

Verschiedene Orte, die sich als Lagerstätten eignen

Eine ganze Reihe von Orten kommen als Lagerstätten dafür infrage: zum Beispiel ehemalige Gaslagerstätten, aus denen das Erdgas herausgepumpt wurde oder auch tiefe, salzwasserführende Schichten.

Diese gelten als besonders dicht, sodass es weniger wahrscheinlich ist, dass das CO2 sich einen Weg hinausbahnen kann. Solche Schichten existieren auch unterhalb von Meeren.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe gibt an, dass eine ausreichende Anzahl solcher potenzieller CO2-Speicher vorhanden sind, die für mehrere Jahrzehnte CO2 aufnehmen könnten.

Aufwendig sei aber der Transport des CO2 über Leitungen, oder möglicherweise auch mit der Bahn oder Lastkraftwagen, sagt der Wissenschaftsjournalist Georg Ehring. Denn durch den Transport entsteht auch wieder eine große Menge an CO2.

"Die Zementindustrie ist eine wichtige Branche, wo man nicht weiß, wohin mit dem CO2."
Georg Ehring, Wissenschaftsjournalist

Die Absicht, die Speicherung von CO2 in einer Versuchsanlage in der Stadt Ketzin zu testen, ist gescheitert. Das lag vor allem an Bürgerinitiativen, die sich dagegen gewehrt haben: Nicht nur dort, sondern an allen Orten, wo in Erwägung gezogen wurde, diese Technologie einzusetzen.

Das hat dazu geführt, dass die gesetzliche Grundlage nicht weiterentwickelt wurde.

Deutsche Zementfirma will Anlage in Norwegen bauen

In anderen Ländern ist der Bau dieser Anlagen erlaubt. Aus diesem Grund will eine Heidelberger Zementfirma in Norwegen die erste großtechnische Anlage weltweit bauen.

Die Zementindustrie ist eine der wichtigsten Branche, die nach Möglichkeiten sucht, das produzierte CO2 zu entsorgen. In Deutschland gibt es bisher nicht die Grundlage, aber es wird darüber nachgedacht, unter welchen gesetzlichen Bedingungen das CO2 ins Ausland exportiert werden kann.

Klimaschützer: Lagerung könnte andere Klimaschutzmaßnahmen ausbremsen

Viele Klimaschützer sprechen sich nicht gegen diese Methode aus, weil sie ein Umweltrisiko darstellt, sondern, weil die Lagerung dazu führen könnte, dass andere Maßnahmen zum Klimaschutz nicht stark genug gefördert werden, sagt Georg Ehring.

Andrerseits kommen Klimamodelle zum Schluss, dass es ohne die Speicherung von CO2 nicht geht, sagt der Georg Ehring. Das sei zwar verhältnismäßig teuer, aber wohl notwendig. Es gibt also auch gute Gründe für die CO2-Speicher-Technik.

"Die Lagerung im Ausland ist eine besonders aufwendige Geschichte. Es wäre sinnvoller, das CO2 bei uns zu lagern."
Georg Ehring, Wissenschaftsjournalist