Hitze, Dürre, Waldbrände – aber auch Starkregen, Hochwasser oder Stürme: Deutschland wird von Extremwetter-Ereignissen nicht verschont bleiben, sagt Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. In seinem Vortrag bezieht er sich auf Daten des Weltklimarats IPCC.

Extremwetter-Ereignisse wie das Hochwasser im Ahrtal 2021 werden uns in absehbarer Zeit immer wieder hart treffen. Mal in Form von Waldbränden wie im Sommer 2022 in Brandenburg und der Sächsischen Schweiz, mal durch ein Sturmtief wie "Lothar" 1999, das die ohnehin schon erkrankten
Waldbestände weiter reduziert.

Die Aussichten sind laut Klimaforscher Ottmar Edenhofer dramatisch: Er bezieht sich in seiner Analyse auf Arbeits- und Sachstandsberichte des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), des Weltklimarates der Vereinten Nationen.

"Wir werden, wenn wir einen globalen Kohleausstieg nicht zu Stande bringen, die Tür zu einem 1,5 Grad-Ziel unwiderbringlich zuschlagen."
Ottmar Edenhofer, Klimaforscher

Das 1,5 Grad-Ziel hatten die Vertragspartner im Pariser Klimaabkommen von 2015 vereinbart. Aus dem Vortrag von Ottmar Edenhofer geht hervor, dass im Prinzip keinerlei Chance mehr besteht, dieses Ziel zu erreichen. Denn dafür hätten wir – so Edenhofer – spätestens Anfang 2022 damit beginnen müssen, die Emissionen jährlich um 6 bis 7 Prozent abzusenken.

Nicht nur, weil die Kohlekraftwerke nun auch in Deutschland weiter laufen sollen, ist die Einhaltung dieses Ziels unmöglich geworden. Vor allem weist der Klimaforscher darauf hin, dass viele Staaten noch nicht einmal ihre Selbstverpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgase erfüllten.

Ottmar Edenhofer hat sich am 3.2.2022 in einem virtuellen Vortrag an der Berliner Humboldt-Universität zu Wort gemeldet. Er sprach von einer Kraftanstrengung, die verschiedene Player zu bewältigen hätten, um den Anstieg auf mehr als 1,5 Grad in einem dennoch möglichst niedrigen Temperaturbereich halten zu können. Sein Thema: "Klima, Wissenschaft und Politik – Bemerkungen zu einer schwierigen Dreiecksbeziehung".

Die HU Berlin veranstaltet eine regelmäßige Vortragsreihe unter dem Titel "Kosmos Lectures", zu der Edenhofer eingeladen war.