Der Klimawandel schlägt zu: Wilde Rentiere in Kanada finden nicht genug Futter. Sie stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Wird der Schlitten des Weihnachtsmannes auch noch von Rentieren gezogen werden, wenn unsere Urenkel auf die Geschenke warten?

Rentiere auf Spitzbergen, einer Inselgruppe, die zu Norwegen gehört, werden immer magerer und in Kanada hat bei einigen Herden ein Massensterben eingesetzt. Ursache sind der Klimawandel und die milden Winter: Steigen die Temperaturen an manchen Tagen über null, taut die Schneedecke. Wenn sie wieder gefriert, entsteht eine harte Eisschicht. Die Rentiere schaffen es nicht mit ihren Hufen und Schnauzen, Moose und Flechten am Boden freizukratzen. Sie hungern.

Das ist vor allem für die wilde Rentiere ein Problem, wie sie beispielsweise in Kanada leben.

"Es wird für Rentiere schwieriger an ihr Futter zu kommen, wenn also das Klima wärmer und milder wird. Ich würde aber nicht sagen, dass dadurch die Tierart Rentier insgesamt bedroht ist."
Otto Habeck, Ethnologe von der Universität Hamburg

In Europa und Asien gibt es auch viele Rentierherden, die von Hirten gehütet werden und die zufüttern, wenn die Tiere nicht genug Futter finden. Otto Habeck glaubt, dass die Rentiere generell eine Chance haben: In den letzten Jahrtausenden haben sie klimatische Veränderungen, Krankheiten und Insektenplagen überstanden. In Krisenzeiten kann eine Population auch mal stark einbrechen, so dass vielleicht nur noch zehn Prozent einer Herde übrig bleiben. Aber diese zehn Prozent können sich auch in relativ kurzer Zeit vermehren und die Population erreicht wieder ihre Ausgangsgröße.

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