In China entsteht in der Hafenstadt Tianjin die größte Klonfabrik der Welt. Das industrielle Klonfleisch soll den Heißhunger des Landes stillen. Vor allem Rinder sollen dort gezüchtet werden, aber auch andere Tiere.

Noch steht die Fabrik nicht, aber die fast 30 Millionen Euro teure Anlage soll nächstes Jahr loslegen. Anfangen soll es mit 100.000 Klon-Rindern, die gezüchtet werden sollen. Die Produktion soll dann über die Zeit gesteigert werden auf bis zu eine Million geklonter Rinder. In Zukunft sollen in der größten Klonfabrik der Welt auch Rennpferde geklont werden und Hunde für den Polizeieinsatz oder für private Hundefreunde.

"Ich halte den Plan für unrealistisch. Klonen ist eine ganz diffizile Handarbeit, das kann nicht jeder und das dauert seine Zeit. Die Klontechnik ist eigentlich kein Erfolgsmodell."
Wissenschaftsjournalist Michael Lange übers Klonen

In den USA ist die Klontechnik auf dem Rückzug, das Fleich ist zu unbeliebt, die Technik zu teuer. Der Wissenschaftsjournalist Michael Lange sagt: "Wissenschaftlich gesehen ist das Klonen eine ganz alte Technik." Es könne aber sein, dass die Chinesen das Klonen eher als Symbol benutzen und einfach massiv in die Tierzucht einsteigen wollen. Um das zu schaffen, können sie auf Gentechnik setzen - das ist zwar etwas anderes Klonen, gehört aber auch zu den Biotechniken.

"Beim Klonen kann ich mir nicht vorstellen, dass es sich umsetzen ließe oder dass es sich überhaupt lohn", sagt Michael Lange. Aber mit der sogenannten Gen-Chirurgie könnten 100.000 Rinder durchaus vorstellbar sein.

Hwang Woo Suk: Der Klon-Chef gilt als Fälscher

Federführend bei der chinesischen Klon-Fabrik ist Hwang Woo Suk, und der ist alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, wenn es ums Klonen geht. Er galt 2004 noch als König des Klonens, er hatte behauptet, menschliche Embryonen geklont zu haben. Doch das erwies sich als Fälschung. Hwang wurde verurteilt, heute hat er eine eigene Klonfirma mit einem Schwerpunkt auf superteure Klon-Hunde.

"Vom preiswerten Klonen hat Hwang Woo Suk auch nicht das Rezept", sagt Michael Lange. Der Biologe und Wissenschaftsjournalist ist sich sicher, dass die Chinesen vor allem auf Genechnik setzen werden. "Da will China etwas verändert - und das hat jetzt begonnen."

Mehr zum Thema: