Digital ist besser? Nicht für das Unternehmen Kodak, dessen Umsätze in Hollywood einbrechen, weil kaum mehr jemand auf Film dreht. Doch jetzt wollen einige Studios Kodak retten - und das hat nicht nur mit Nostalgie zu tun.

Es erinnert an die Polaroid-Kameras: Die waren wegen Digitalkameras, Handys und Smartphones überflüssig geworden - und deshalb hatte die Firma Polaroid auch die Produktion der Filme für die Sofortbildkameras eingestellt. Etwas Ähnliches droht gerade in den USA. Der Filmhersteller Kodak hat ein großes Problem. Weil in Hollywood zunehmend digital gedreht wird, hat Kodak die Produktion von Filmmaterial im Vergleich zu 2006 um 96 Prozent zurückgefahren.

Damit die Produktion nicht irgendwann komplett eingestellt wird, haben sich jetzt einige Hollywood-Studios verpflichtet, pro Jahr eine Mindestmenge an analogem Filmmaterial zu kaufen.

Hollywood verpflichtet

Unser Korrespondent Wolfgang Stuflesser erklärt, dass Celluloid bei vielen Regielegenden noch viele Fans hat: von Martin Scorsese bis Quentin Tarantino. Aber auch jüngere Filmemacher wie Christopher Nolan oder J.J. Abrams drehen am liebsten auf Film. Selbst der neueste Star-Wars-Film, den gerade J.J. Abrams verantwortet, entsteht auf analogem Film.

Klar ist aber auch: Das meiste wird heute digital gefilmt. Gerade bei kleineren Budgets. Denn Film ist sehr teuer. Dazu kommt: Alle zehn Minuten muss eine Pause eingelegt werden, weil die Kamera gewechselt werden muss. Genau das kann aber auch ein Vorteil der vermeintlich überholten Technik sein.

Konzentration, bitte

Wer im Hinterkopf hat, dass eine Filmrolle 400 Dollar kostet, konzentriert sich vor und hinter der Kamera mehr - und braucht vielleicht ein Paar Takes weniger - so die Theorie einiger Kameraleute. Und auch Stars wie Robert Downey Jr. sind in der schönen neuen digitalen Welt ein wenig vor der Rolle. Sie sehnen sich in frühere Zeiten zurück - als es alle zehn Minuten eine Pinkelpause gab.