Als Erwachsene haben wir das Hocken verlernt. Dabei ist die Hocke eine wichtige Körperhaltung. Und wie bei allem anderen gilt: Übung macht den Meister. 

Für Kinder ist die Hocke eine total natürliche und entspannte Haltung. Und auch in Asien zum Beispiel erledigen die Menschen viele Dinge im Hocken: Teekochen, Warten auf den Bus, Feldarbeit. Bei uns ist die Hocke eher unüblich, dabei sollten wir auch als Erwachsene regelmäßig hocken. Die Hocke ist nämlich eine ziemlich gute Sache für den Körper. Sie sorgt zum Beispiel für eine bessere Haltung des Oberkörpers.

Bessere Haltung des Oberkörpers

In der Hocke werden die Beine gedehnt und gestärkt. Klar, die sind ja auch maßgeblich an der Haltung beteiligt. Und dann sind zum Beispiel auch der Beckenboden und die Po-Muskeln beim Hocken involviert. Das trägt dazu bei, dass der ganze Oberkörper gekräftigt und gerader gehalten wird, wenn wir die Hocke beherrschen. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln sagt sogar, dass es ein echter Verlust ist, dass viele von uns das Hocken verlernt haben. 

"Wir haben Bewegungsmuster die sind so vielfältig und dabei gibt es ein paar elementare Bewegungsformen und dazu gehört auch das Hocken."
Ingo Froböse, Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln

Dass wir Erwachsenen nicht mehr Hocken können, liegt unter anderem daran, dass unsere Sitzmöbel gar nicht mehr darauf ausgerichtet sind. Hocken gehört einfach nicht zu unseren täglichen Bewegungsabläufen. 

"Hocken ist einfach eine maximale Beugung und das setzt voraus, dass alle Muskeln mitgehen. Und da wir das im Alltag nicht machen, heißt es: Unsere Inaktivität produziert dieses Problem."
Ingo Froböse über die Gründe, warum wir nicht mehr hocken können

Hocken üben

Ein kleiner Test zeigt bei den meisten von uns, dass eine hockende Position erst mal ein unangenehmes Gefühl ist. Und was wir gar nicht hinbekommen: Hocke und gleichzeitig mit den Fersen auf dem Boden bleiben. Aber genau darauf kommt es an, sonst werden die Knie zu sehr belastet. Einfacher wird die Hocke, wenn wir uns etwas unter die Fersen legen. 

"Wenn ich hinten einen kleinen Keil unterlege, dann kann ich leichter runterkommen, das Gleichgewicht halten und vor allen Dingen wird das Kniegelenk dadurch geschont."
Ingo Froböse empfiehlt einen Keil unter den Fersen