Kolumbien, Bolivien und Peru sind die wichtigsten Anbauländer für Koka-Blätter. Meistens findet der Anbau in abgelegenen und armen Regionen statt. Allein in Kolumbien wächst der Rohstoff auf insgesamt 70.000 Hektar.

Der Anbau von Koka-Pflanzen ist illegal. Darum findet er meist in abgelegenen Teilen der Anden-Staaten statt, manchmal führt nicht mal eine richtige Straße zu den Plantagen. Staatliche Institutionen sind weit weg, stattdessen sorgen in diesen Gebieten bewaffnete Gruppen für Ordnung - militärische Gruppen, kriminelle Drogenbanden oder Guerillas wie zum Beispiel die Farc-Rebellen (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, übersetzt: bewaffnete revolutionäre Kraft Kolumbiens).

Bauern bei der Koka-Ernte in Bolivien.
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Bauern in Bolivien bei der Koka-Ernte. Oft ist der Anbau von Koka-Pflanzen lukrativer als der von legalen Feldfrüchten.

Häufig sind es arme Bauern ohne Schulbildung, die Koka-Pflanzen anbauen anstelle normaler Feldfrüchte, weil die lokalen Bedingungen sie dazu zwingen. Oft bekommen sie für Koka-Blätter etwas mehr Geld als für legale Pflanzen und finden auch direkt einen Abnehmer. "Der Bauer muss nicht erst mit seinen Mangos, die verderblich sind, sich lange auf den Weg machen zum nächsten Marktplatz, sondern die Kunden kommen direkt zu ihm", erklärt die Journalistin und Lateinamerika-Kennerin Alexandra Endres.

"Sobald das Geschäft anfängt, lukrativer zu werden, haben das andere in der Hand."
Alexandra Endres, Journalistin und Lateinamerika-Kennerin

Um Kokain herzustellen, werden die Koka-Blätter mit verschiedenen Chemikalien versetzt. Das passiert meist in sogenannten Koka-Labors. Die Bauern haben damit nichts mehr zu tun, auch wenn die Weiterverarbeitung immer noch in den Anbauländern stattfindet. Ganz genau lässt es sich nicht sagen, denn schließlich ist es ein im Dunklen liegendes Geschäft. Im Welt-Drogenbericht der Vereinten Nationen lässt sich anhand einer Karte ablesen, dass so gut wie ganz Südamerika in den Kokainhandel verwickelt ist.

"In Mexiko gibt es ein sehr großes Maß an Straflosigkeit und daraus resultiert so eine Art Narrenfreiheit für die Kartelle."
Alexandra Endres, Autorin und Lateinamerika-Kennerin

In Mexiko geht es eher um Heroin und Cannabis. Und vor allem findet hier der Handel statt. Neben Europa sind die USA der wichtigste Absatzmarkt. Der Drogenhandel hat in Mexiko große Teile der Bevölkerung durchdrungen. Alexandra Endres sagt: "Es ist viel Geld da. Und mit diesem Geld kann man Polizisten bestechen, Politiker bezahlen, die schlecht bezahlt sind. Es gibt Schätzungen, die sagen, dass in Mexiko die Hälfte bis zwei Drittel aller Wahlkämpfe mit Drogengeld finanziert sind."