Stefan Liebert hat in Hamburg mit Koks gedealt. Er hat schnell sehr viel Geld verdient und sehr viel Sex gehabt. Dann hat er alles verloren. Heute fürchtet er um sein Leben und würde trotzdem alles genauso wieder machen. Der Journalist Kajo Fritz erzählt seine Geschichte

Stefan Liebert heißt eigentlich anders. In der Öffentlichkeit und in der Biografie, die er zusammen mit dem Journalisten Kajo Fritz geschrieben hat, tritt er unter Pseudonym auf. Stefan Liebert war Koksdealer. In "Kokain - Eine deutsche Dealer-Karriere" erzählt er sein Leben. Am Anfang wollte Stefan Liebert einfach nur schnell Geld verdienen. Am Ende ließ er sich mit der albanischen Mafia ein und landete im Knast. Passiert ist das Ganze in Hamburg - auf dem Kiez. Und dazu gehört alles, was wir uns so unter einer klassischen Dealerkarriere vorstellen:

  • Schon Stefan Lieberts Vater gehörte zum schwerkriminellen Milieu in Hamburg und hat seinen Sohn immer ermuntert, es ihm nachzumachen - mit einer Ausnahme "keine Drogen"
  • Stefan Liebert beginnt mit kleineren Delikten: In der Schule klaut er Erdbeermilch, dann vertickt er geklaute Autos, irgendwann Koks
  • über seinen Zahnarzt bekommt er Zugang in die gehobene Schicht Hamburgs. Lieberts Kunden sind Ärzte, Professoren, Staatsanwälte
  • Das Geschäft zieht er gemeinsam mit seinem albanischen Kumpel Najim auf, der leider unberechenbar ist
  • Frauen kommen in seiner Biografie nur als Prostituierte und Mütter vor

Die Dealerkarriere

Was klingt wie eine klassische Dealerkarriere aus den 50er Jahren, ist gerade mal ein paar Jahre her. Stefan Lieber ist heute Anfang 30, hat zwei Jahre im Gefängnis gesessen, war im Zeugenschutzprogramm und ist Vater eines Sohnes.

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Kritisch sieht Stefan Liebert das alles bis heute nicht, würde sogar alles noch einmal so machen.

"Ob ich es wieder so machen würde? Natürlich.In guten Mafia-Filmen gibt es auch kein Happy End."
Stefan Liebert über seine Karriere als Dealer

Die andere Seite des Kokains zeigt der Schauspieler Rainer Meifert in der ZDF-Neo-Doku "Ausgekokst". Er hat selber jahrelang gekokst und kennt die Wirkung der Droge: Am Anfang steht die Euphorie, Kokser fühlen sich klasse, Kokain steigert die Lust auf Sex, man kann Alkohol trinken, bis zum Abwinken. Dann kommt das Tief, es kommt bisweilen zu Wahnvorstellungen, später folgt eine depressive Phase.

Dahin, wo Kokain angebaut wird

Kokain wird aus den Blättern der Kokapflanze gewonnen und die kommt ursprünglich aus Südamerika. Angebaut wird sie bis heute in Peru, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Teilen von Afrika, Indonesien, Indien und Sri Lanka. Das meiste Kokain wird in Kolumbien hergestellt. Rainer Meifert reist für seine Dokumentation dorthin, wo Kokain angebaut wird und lernt: "Jedes Mal, wenn Du eine Line ziehst, tötest du einen Bauern oder vergewaltigst ein Mädchen."