Vor 25 Jahren tippte der Software-Entwickler Neil Papworth die Botschaft "Merry Christmas" in seinen Computer. Die landete auf dem Handy eines britischen Vodafone-Managers: Es war die erste SMS. Danach wurden Milliarden SMS verschickt - bis die Messenger-Dienste kamen. Unsere Netzreporterin Martina Schulte über den allmählichen Untergang der SMS.

2012 wurden in Deutschland noch knapp 60 Milliarden SMS verschickt: 2016 waren es nur noch knapp 13 Milliarden. Im Vergleich zu 2015 waren das 25 Prozent weniger.

Die Messenger-Dienste kommen

Schuld am Niedergang hat vor allem Whatsapp, aber auch andere Messenger-Dienste wie Signal oder Telegram. Heise.de schreibt, dass die Messenger das "lukrative Geschäft der Mobilfunkfirmen" mit der SMS "zertrümmert" hätten. Denn die Dienste sind kostenfrei, auch wenn zusätzlich Fotos, Videos oder Sprachnachrichten verschickt werden. Whatsapp und Co sind die neuen Platzhirsche: Schätzungen zufolge wurden in Deutschland 2015 durchschnittlich 667 Millionen Whatsapp-Nachrichten am Tag verschickt.

20 Cent pro SMS - das waren noch Zeiten

Die Mobilfunkbranche kann da nur weinen. Lange Zeit zahlten die Kunden 20 Cent pro SMS. Die Milliarden, die zusammenkamen, steckten die Konzerne in den Erwerb neuer UMTS-Lizenzen. Es gab regelrechte Bieterschlachten.

Dann kamen die ersten kostenlosen Messenger-Dienste auf und Nachrichten ließen sich kostenfrei verschicken. Die Mobilfunkkonzerne zogen nicht mit, sondern sahen tatenlos zu, schreibt die Wirtschaftswoche.

Ohne SMS gäbe es kein Netzjargon

Aber beim Thema SMS geht es nicht nur ums Markteinfluss und Geld. Die Kurznachricht hat die Sprache verändert. Ohne SMS gäbe es keinen Netzjargon: kein Lol, kein WTF, kein ILU und all die anderen Buchstabenkombinationen. Auch gäbe es keine Smiley und andere Emoticons. Denn genau diese Abkürzungen brauchte es, um eine SMS mit 160 Zeichen zu verschicken.

Und so ganz tot ist die SMS auch noch nicht. Zurzeit werden noch rund zehn Milliarden Kurzmitteilungen in Deutschland im Jahr verschickt, schreibt der BR. Die SMS ist nämlich der einzige Kurznachrichtenstandard, der immer funktioniert - auch ohne WLAN oder 3G-Netz.