Egal, ob auf Whatsapp, Twitter oder Instagram, ohne Emojis geht bei Vielen gar nichts. Linguist Florian Busch von der Uni Halle untersucht Whatsapp-Nachrichten von Jugendlichen und sagt: Das Emoji mit dem breiten Grinsen und den Tränen an den Augen, sowie das Herz-Emoji sind die beliebtesten.

Im Rahmen seiner Studie analysiert Florian Busch 20.000 Whatsapp-Nachrichten von Jugendlichen im Alter von zwölf-19 Jahren, um herauszufinden, welche Emojis wann und wie am liebsten genutzt werden.

Internationales Lieblings-Emoji

Der Linguist fand heraus, dass 25 Protent aller Nachrichten mindestens ein Emoji enthalten. Das bedeutet: Auf 1.000 Wörter kommen im Schnitt 60 Emojis. Das weltweit Beliebteste ist und bleibt das tränenlachende Emoji, sagt Busch. Das Zwinker-Emoji wird hingegen kaum noch genutzt.

"Wenn wir uns die Statistiken anschauen, stellen wir fest, dass der tränenlachende Emoji, und zwar international, mit Abstand der häufigst gebrauchte Emoji ist."
Florian Busch, Germanist

Interessant ist auch, dass die Hälfte aller Emojis in Whatsapp-Nachrichten Smileys und 38 Prozent Herz-Emojis in allen Formen und Farben sind, erklärt Busch. Drei Prozent der untersuchten Messenger-Chats bestanden sogar nur aus Emojis.

Warum wir Emojis nutzen

Bei der großen Anzahl an Emojis ist immer ein passendes für jede Art von Gespräch dabei. Deshalb eigenen sich die Piktogramme gut, um die kommunikative Vielfalt in Kommentarform bestmöglich abzubilden. Außerdem signalisieren sie, dass die Nutzer und Nutzerinnen mit der Zeit gehen. Ob und wie Emojis genutzt werden, hängt vom Alter ab.

Je nachdem, welche Emojis wie häufig genutzt werden, kann das auch unterschiedlich interpretiert und mit Persönlichkeitsmerkmalen in Verbindung gebracht werden, erklärt Busch.

"Eine unterkühlte Gesprächsstimmung wird eben nicht unbedingt durch negativ ausgerichtete Emojis dargestellt, sondern durch das Weglassen von Emojis."
Florian Busch, Sprachwissenschaftler

Deshalb passen sich viele Jugendlichen dem Schreibverhalten ihres Gegenübers an und nutzen die gleichen Emojis, um nach außen sympathischer zu wirken.

Mädchen sind Emoji-Königinnen

Schaut man sich die Emoji-Nutzung innerhalb der Geschlechter an, wird eines schnell klar: Mädchen sind also wahre Emoji-Königinnen, denn sie nutzen Emojis viel häufiger als Jungen. Während bei den Jungen 35 Emojis auf 1.000 Wörter kommen, sind es bei den Mädchen 72 Emojis auf 1.000 Wörter. Generell kann man sagen, dass Frauen mehr Emojis nutzen als Männer, Kinder und Menschen über 50 mehr als die Altersgruppen dazwischen.

Negative Emojis sind out

Aktuell gibt es über 3.000 Emojis, von denen nur ein Bruchteil verwendet wird. Dieses Jahr sollen erneut 117 hinzukommen. Damit wären wir, laut einer Studie des englischen Online-Nachschlagewerks für Emojis, Emojipedia, bei 3.136 Emojis. Von Tieren über Werkzeuge ist alles mit dabei.

Emojis mit negativer Message werden nur in den seltensten Fällen genutzt und dienen dann meist nur als Zeichen der Solidarität oder Zustimmung. Neben Emojis mit Sternen und Herzen in den Augen, sind alle lachenden und positiv aussehenden Emojis bei Nutzerinnen und Nutzern sehr beliebt.