Konto überziehen, Kleingeld einzahlen, neue Geldkarte beantragen. Oft berechnen Banken Gebühren für Sachen, die wir nicht nachvollziehen können. Was ihr dagegen tun könnt und wofür ihr in Zukunft nichts mehr zahlen müsst - wir klären auf.

Euer Konto ist im Minus und dann überzieht ihr euren Dispokredit auch noch ein kleines bisschen? Manche Banken berechnen dafür Gebühren. Bei der Deutschen Bank zum Beispiel kostet euch das 6,90 Euro - auch wenn ihr nur zwei Cent drüber seid.

Ciao "Mindestentgeldklausel"

Diese "Mindestentgeldklausel" hat der Bundesgerichtshof (BHG) jetzt aber gekippt. "Der BGH hat gesagt, dass es eine unverhältnismäßige Belastung für Kunden ist, wenn er nur mit wenigen Euro oder Centbeträgen ins Minus rutscht und dafür schon eine Gebühr bezahlen muss", sagt Christian Urban von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

In dem Verfahren hatten die Verbraucherschützer gegen die Targo-Bank und die Deutsche Bank geklagt. Wann eine Bank eine Gebühr erheben und darf und wann nicht, ist gesetzlich geregelt, sagt Christian Urban.

"Immer dann, wenn die Bank eine Leistung erbringt, die sie im eigenen Interesse erbringt oder aufgrund einer gesetzlichen oder vertraglichen Pflicht, dann darf sie dafür kein Entgelt verlangen."
Christian Urban, Verbraucherzentrale NRW

Aus dem Grund hat der BGH auch vor Kurzem die Gebühr für eine Ersatzkarte einkassiert. Weil das Gesetz sagt, dass die Bank bei Verlust eine neue Geldkarte ausstellen muss, darf sie dafür kein Entgelt verlangen. Wenn ihr eure Karte sperren lasst und/oder eine neue braucht, dann darf euch das also nichts kosten.

Generell rät der Verbraucherschützer: Immer erst mal freundlich nachfragen, wenn die Bank irgendwelche Gebühren erheben will. Oft würden die Geldhäuser dann einlenken und darauf verzichten.

"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Banken sich bei der ein oder anderen Gebühr kulant zeigen."
Christian Urban über kulante Banken

Wenn die Bank sich weigert, ihr aber trotzdem nicht einseht, die Gebühr zahlen zu müssen, dann findet ihr auf den Seiten der Verbraucherzentralen Infos zu vergangenen Entscheidungen und könnt euch Hilfe suchen, rät Christian Urban.