Auf der Gamescom zeigt sich: Spiele, die im Team kooperativ gespielt werden, finden wieder mehr Interesse. Manche funktionieren am besten, wenn ihr zusammen auf dem Sofa hockt.

Früher gab es mal Spiele, die man per Split-Screen - also zu zweit auf ein und demselben 15-Zoll-Röhren-Monitor - gespielt hat. Jeder hatte seine Hälfte. Ein wenig komfortabler mutete da schon das gemeinsame Sitzen auf dem Sofa an, bei dem jeder einen eigenen Playstation-Controller in der Hand hatte und gemeinsam im Team oder gegeneinander Pro Evolution Soccer oder Fifa zockte.

Dann kamen die fetten Multiplayer-Spiele und ordentlich Bandbreite - und so konnte man weiterhin im Team, aber physisch doch ganz alleine vor seinem Rechner oder seiner Konsole sitzen.

Ein Spiel für zwei

Manche Spieleentwickler erinnern sich wohl gern an die alten Zeiten und bringen Spiele heraus, bei denen die Mitspieler am besten wieder nebeneinander sitzen, also tatsächlich im selben Raum anwesend sind.

Die Rede ist zum Beispiel von "The Rite of Ilk", vorgestellt auf der Gamescom 2017. Dieses Spiel kann nur zu zweit gespielt werden, und zwar nicht online. Es geht um zwei Kinder, die mit einem Seil aneinander gefesselt sind, jeder Spieler steuert ein Kind.

"Die Spieler fangen automatisch an, sich gegenseitig zu helfen, lachen, wenn etwas nicht klappt oder wenn sie es geschafft haben. Ein richtig nettes, intimes Spielerlebnis also. Und am besten funktioniert das, wenn man gemeinsam auf der Couch hockt."
Alanay Cekic vom niederländische Entwickler Turtleneck

Auch der Branchenriese Electronic Arts arbeitet gerade an einem kooperativen Spiel: "A Way Out." In diesem Spiel geht es um zwei Typen, die aus dem Gefängnis ausbrechen wollen - und das nur gemeinsam hinkriegen.

Im Idealfall sitzen die Spieler zusammen und können so den Ausbruch planen: Während der eine die Wache ablenkt, bricht der andere ins Büro ein.

"Unterm Strich ist das eine ganz mutige Entscheidung von Electronic Arts, die ja mit Spielen für viele, viele Mitspieler sehr gute Geschäfte machen."
Thomas Ruscher, Deutschlandfunk Nova

Auch die Switch von Nintendo ist für das gemeinsame Spielen ausgelegt. Der Controller zum Beispiel kann auseinandergenommen werden, sodass jeder Spieler einen kleinen Controller für sich hat. "Für die Nintendo Switch gibt es noch nicht so viele Spiele, aber da wird viel kommen und den Trend ums gemeinsame, kooperative Spielen noch weiter anheizen", sagt Thomas Ruscher.

Noch ein Trend: Online, viele Spieler, gegeneinander

Der andere große Spieletrend geht in eine andere Richtung. Auch hier spielen mehrere Personen dasselbe Spiel - allerdings online, gegeneinander und mit deutlich mehr Spielern. Das gerade angesagteste Spiel dieser Kategorie (in dem auf der Gamescom auch E-Sport-Turniere ausgetragen werden), ist "Player Unknowns Battleground". Hier sitzen hundert Spieler auf einer Insel fest, der letzte Überlebende gewinnt. 

"Da geht es um Leistung und kompetitives Spielen. Das ist eine sehr große Strömung. Aber andererseits zeigt diese Indie-Strömung, dass es viel um Geschichten gehen kann, um soziales Verhalten und miteinander spielen. Das sind die zwei großen Strömungen, die man gerade beobachtet."
Patrick Wachowiak, Studio "Chasing Carrots"