Die Korallen im Great Barrier Reef sterben ab. Der Papageifisch könnte dabei helfen, die Korallenriffe wieder zu beleben. Damit ist er ein Teil eines natürlichen Kreislaufs, vermuten Forscher.

Dem Great Barrier Reef geht es schlecht: 90 Prozent der Korallen sind laut einem Bericht der australischen Regierung abgestorben. Im September 2019 erst hat das Parlament des Bundesstaats Queensland Gesetze verabschiedet, um das Great Barrier Reef besser zu schützen. Forschende der James Cook University, der University of Auckland und der University of Lancaster vermuten jetzt, dass es einen natürlichen Helfer gegen das Korallensterben geben könnte: den Papageifisch.

"Während alle anderen Fische abgewandert waren, gab es von einer Artengruppe plötzlich viel mehr, also doppelt bis achtmal so viele: Das war der Papageifisch."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Acht Arten des Papageifischs haben die Forschenden an zwei ausgeblichenen Stellen des Korallenriffs gefunden – im australischen Great Barrier Reef und dem Chagos-Archipel im Indischen Ozean. Im Gegensatz zum Papageifisch waren andere Fischarten abgewandert, weil sie sich in den abgestorbenen Korallen weder verstecken konnten, noch genügend Futter fanden.

"Die Algen und Bakterien sind wie ein fettes Buffet für die Papageifische, sagt einer der Forscher."
Sophie Stigler, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Durch den Klimawandel oder durch Meeresverschmutzung bleichen die Korallen aus und sterben ab. Einzeller, die eigentlich auf den Korallen leben, verschwinden. Stattdessen sammeln sich auf den nun bleichen Kalkbäumchen Algen und Bakterien. Die wiederum sind ein beliebtes Nahrungsmittel für Papageifische, sagt das Forscher-Team.

Nach ihren Ergebnissen waren die Papageifisch-Arten an den kranken Korallenriffen um etwa zwanzig Prozent größer als üblicherweise. Die Population der Fischart sei zudem stark angewachsen.

Papageifische unterstützen natürlichen Kreislauf

Wenn sich die Papageifische nun an den Algen und Bakterien der toten Korallen satt fressen, säubern sie damit gleichzeitig die Korallen. Auf der gesäuberten Oberfläche könnten sich wiederum neue Einzeller ansiedeln, vermuten die Forschenden. Die Korallen würden stärker nachwachsen.

Die Fische könnten damit Teil eines Kreislaufs sein: Die Papageifische säubern befallene Korallenriffe, vermehren sich und ziehen im Anschluss weiter. Wie genau dieser Kreislauf funktioniert, müssen die Forschenden noch herausfinden. Klar ist aber: Es braucht mehr als die Papageifische, um die Korallen zu retten.