Geometrische Formen in Kornfeldern - manchmal sind es einfache Kreise, manchmal aber auch hochkomplexe Formen, die nicht von Menschenhand geschaffen sein können. Seit Jahrhunderten ist dieses Phänomen bekannt, aber über die Ursache gibt es bis heute viele Spekulationen.

Im 17. Jahrhundert wurde in Großbritannien noch der Mowing-Devil für die Entstehung der Kornkreise verantwortlich gemacht. "Deiwelskreis" nennen die Amischen bis heute dieses Phänomen, das in der Dunkelheit einer Nacht entsteht. Der britische Mathematiker Gerald Hawkins ist der Ansicht, dass die komplexen geometrischen Formen nicht von Menschen erschaffen sein können.

"Die Kornkreise selbst sind keine Glaubensfrage. Jeder kann sie sehen, begehen, untersuchen und erleben. Sie sind Teil unserer physisch realen - und somit objektiv für jeden - erfahrbaren Welt. Somit nehmen die Kornkreise für mich eine wichtige Sonderstellung unter den so genannten Para- und PSI-Phänomenen ein."

Manche Forscher gehen davon aus, dass ein Hitze-Blitz oder ein Plasma-Wirbel die Strukturen verursacht haben könnte. Bei einigen Bodenproben konnte an den Halmen eine glasurartige Eisenoxid-Schicht festgestellt werden, die nur bei Temperaturen über 500 Grad Celsius entstehen kann. Daraus entstand die Theorie, die einen Hitze-Blitz als Verursacher vermutet.

"Kornkreise sind sicherlich eine Provokation für einige – aber eine faszinierende und zugleich herausfordernde Einladung an und für uns alle. Dies verstehe ich als Chance für eine Verbindung von Grenz- und Naturwissenschaften."

Andreas Müller erforscht das Phänomen der Kornkreise seit zwei Jahrzehnten, hat ein Archiv zur Dokumentierung gegründet und Bücher darüber veröffentlicht.