Aktivkohle filtert Luft, entgiftet und hilft gegen Durchfall. Perfekt fürs Detoxprogramm, findet zumindest Gwyneth Paltrow. Die trinkt angeblich Smoothies mit Aktivkohle. Außerdem könnt ihr euch damit die Zähne putzen und das Gesicht waschen. Was steckt wirklich drin in der Kohle?

Aktivkohle kommt in allen möglichen Filtersystemen wie Zigarettenfiltern, Atemschutzmasken oder Wasserfiltern vor. Sie ist so bearbeitet, dass sie ganz porös ist. Dann besteht sie quasi nur noch aus Löchern. Die sorgen dafür, dass die Aktivkohle eine große Oberfläche hat. Andere Teilchen bleiben an den porösen Stellen haften - zum Beispiel Bakterien. Im Magen kann Aktivkohle Giftstoffe binden. Genau auf diese Funktion setzt jetzt auch die Schönheitsindustrie. Der Haken daran: Die Aktivkohle macht keinen Unterschied zwischen guten und schlechten Bakterien, zwischen Vitaminen und Giftstoffen, sie bindet einfach alles, was sich ihr anbietet.

"Es gilt als Detox- und Schönheitsmittel und wird inzwischen überall reingerührt, wo es nur geht. Also in Cremes, Peelings, Shampoos, Zahnpasta. Aber auch in Säfte und Limonaden."
DRadio-Wissen-Autorin Verena von Keitz über Aktivkohle

Die Kosmetikindustrie hat nicht nur den Inhaltsstoff für sich entdeckt, sondern auch seine Bewerbbarkeit: Mit schwarzen Kohleprodukten wird tiefenreine Sauberkeit versprochen - zum Beispiel in der Zahnpflege. Produzenten von Aktivkohlezahnpasta preisen den besonderen Whiteningeffekt an. Eigentlich kaum zu glauben, denn gemeinsam haben alle Produkte ihre schwarze oder graue Farbe. Wissenschaftlich nachgewiesen ist die Wirkung von Aktivkohle in kosmetischen Produkten noch nicht.

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Kohlenstoffverbindung PAK

Lidschatten oder Mascaras enthalten Kohlenstoffverbindungen zum Färben. Sie heißen Charcoal Powder (Aktivkohle in Pulverform) oder Carbon Black, was eigentlich Ruß ist. Bei ihrer Herstellung können laut Ökotest polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entstehen. Einige dieser Kohlenwasserstoffe sind krebserregend, bei anderen wird es vermutet. Im Öko-Test-Ergebnis konnte kein Produkt überzeugen.

"Und man muss wirklich aufpassen, dass die Aktivkohle dir nicht eher Nährstoffe und entzieht, wenn du jeden Tag einen schwarzen Smoothie trinkst."
DRadio-Wissen-Autorin Verena von Keitz