In Bochum hat eine Krähe einen Mann angegriffen, aus anderen Städten ist ähnliches bekannt. Unser Reporter hofft, dass es ihn niemals erwischt – als Kind erlebte er sein persönliches Vogel-Trauma.

In Bochum sorgt gerade eine Krähe für Schlagzeilen, die angeblich Menschen angreifen soll. In der Polizeimeldung dazu heißt es: "Wildgewordene Krähe attackiert Passanten."

Am Donnerstag (14. Mai) hatte sich ein Mann bei der Polizei gemeldet, der einen Schlag auf den Kopf abbekommen haben soll – und zwar von einer Krähe. Die Polizei schreibt in allerbester Polizeimeldungs-Manier: "Der gefiederte Angreifer flüchtete. Der Mann erlitt eine Kopfwunde, musste nach eigenen Angaben aber nicht ärztlich behandelt werden."

Inzwischen hätten sich mehrere Menschen gemeldet, denen in den vergangenen Tagen ähnliches passiert sei.

Ein Schild mit einer Warnung vor angreifenden Krähen
© imago images / Lindenthaler

Dass Krähen Menschen angreifen, kommt immer wieder mal vor: Kürzlich in München, vergangenes Jahr in Dresden und Berlin – und zwar in der Regel im Mai.

Dieses Phänomen lässt sich gut erklären, denn im Mai bekommen Krähen ihre Jungen, die dann flügge werden. "In dieser Zeit sorgen die Eltern immer besonders dafür, dass die Jungen sicher sind", sagt Lars Lachmann, Vogelexperte beim Naturschutzbund Nabu. Immer, wenn ein potenzieller Feind in die Nähe kommt, versuchten die Eltern, die Jungen zu verteidigen. In ein bis zwei Wochen werden die Krähen weniger aggressiv sein.

Nach Aussage von Lars Lachmann springen Krähen gerne Jogger an, weil sie sich schnell bewegen und die Krähe dann am ehesten von einem Angriff auf die Jungvögel ausgeht. "Man hört außerdem, dass Krähen Menschen in roter Kleidung öfter angreifen."

"Von anderen Vögeln wird das nicht berichtet, weil die vorher einsehen, dass eine solche Attacke keinen Effekt hat."
Lars Lachmann, Vogel-Experte beim Naturschutzbund Nabu

Dohle holt Dominik vom Fahrrad

Für Deutschlandfunk-Nova-Reporter Dominik Peters ist ein Krähen-Angriff übrigens eine Horror-Vorstellung. Er ist in einem Dorf aufgewachsen, in dem eine ziemlich zahme Dohle lebte. Als er zehn Jahre alt war, hat ihn diese Dohle mal vom Fahrrad geholt und im Ohr rumgepickt und ihm ein lebenslanges Trauma verschafft.

"Ist heute eine unterhaltsame Geschichte auf Partys. Aber ich habe seitdem wirklich Angst vor Vögeln. Insofern wüsste ich nicht, was so ein Krähenangriff mit mir machen würde."
Dominik Peters, Deutschlandfunk Nova

Schutz gegen Vogel-Attacken

Wenn wir viel draußen unterwegs sind, können wir aber potentiellen Vogel-Angriffen vorbeugen. Bei Krähen beispielsweise hilft Folgendes:

  • Kopfbedeckung tragen, denn Krähen gehen immer auf den höchsten Punkt
  • Die Hand heben, dann wird eher die Hand als der Kopf angegriffen
  • Wer richtig vorsorgen will: Regenschirm dabei haben und den aufspannen

Ein ähnliches Verhalten zeigen auch Mäusebussarde, sagt Vogel-Experte Lars Lachmann. "Von anderen Vögeln wird das im Prinzip nicht berichtet, weil sie kleiner sind und vorher einsehen, dass eine solche Attacke keinen Effekt hat."