Vollautonome Waffensysteme in Kriegsgebieten einsetzen: Wie kann ein Einsatz von "Killerroboter" aussehen? Seit fünf Jahren sprechen die UN-Staaten darüber, ab dem 13. November geht die Diskussion in die nächste Runde. Über ein Verbot wird allerdings nichts gesprochen.

Wie soll die weltweite Kriegsführung in Zukunft aussehen? Die UN-Staaten sprechen in Genf erneut über den Einsatz von sogenannten "Killerrobotern". Gemeint sind autonome Waffensysteme wie zum Beispiel bewaffnete Drohnen, selbstständig fahrende Panzer und unbemannte U-Boote, die mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) ausgestattet sind und selbst entscheiden, wann sie Ziele angreifen – ohne den Befehl eines Menschen.

Mithilfe der KI sammeln die autonomen Waffensysteme etliche Daten und analysieren diese. Sie sollen so lernen, zwischen angreifenden Personen und Zivilisten zu unterscheiden.

"Die autonomen Waffen brauchen keine Unterstützung von Menschen."
Dietrich Karl Mäurer, ARD-Korrespondent in Zürich

Militärexperten weisen darauf hin, dass die Killerroboter aufgrund der KI präziser seien und frei von Emotionen wie Hass und Rachegefühlen handeln könnten. In einigen Ländern werden sie schon in Teilen eingesetzt. In Südkorea zum Beispiel bewachen autonome Waffensysteme die Grenze zu Nordkorea.

Außerdem vermuten Experten, dass die USA, Russland und China vermehrt daran arbeiten, autonome Waffensysteme zu entwickeln. Von ihnen ist daher nicht zu erwarten, dass sie sich in Zukunft für ein Verbot oder den Bann von Killerrobotern aussprechen, sagt ARD-Korrespondent Dietrich Karl Mäurer.

UN-Konferenz: Es geht nicht um ein Verbot, es geht um Leitlinien

Die Diskussion in Genf geht daher weiter – wie in den vergangen fünf Jahren. Konkret soll es darum gehen Leitsätze für den Umgang mit Killerroboter festzulegen. In der Vergangenheit haben sich die Nationen zum Beispiel drauf geeinigt, dass die Verantwortung über den Einsatz der autonomen Waffensysteme klar beim Menschen liege. Bis 2021 soll ein Rahmenwerk mit Empfehlungen dazu erarbeitet werden.

Kritiker fordern klares Verbot, keine Leitlinien

Kritikerinnen und Kritiker fordern ein komplettes Verbot von Killerroboter. Ein Zusammenschluss aus internationalen NGOs, darunter Human Rights Watch und Amnesty International, hat für ein Verbot von autonomen Waffensystemen die Aktion "Campaign to Stop Killer Robots" ins Leben gerufen. Im Zuge der Kampagne haben sich 30 Staaten für ein striktes Verbot ausgesprochen: Unter anderem Österreich, Brasilien, Argentinien, Pakistan und Uganda.

Das Auswärtige Amt forderte im Sommer 2019 eine "weltweite Ächtung vollautonomer Systeme". Auch die UN-Abrüstungsbeauftragte Izumi Nakamitsu warnt davor, dass den Menschen die Kontrolle über diese technologische Innovation entgleiten könne.