1981 wird die zehnjährige Ursula getötet. Knapp 30 Jahre später wird der Täter in einem Indizienprozess verurteilt. Doch der Bruder des Opfers glaubt nicht an die Schuld des Mannes, ermittelt auf eigene Faust und wendet sich schließlich an die Öffentlichkeit. Die Journalistin Katja Paysen-Petersen hat den Fall nachrecherchiert.

Mehr als ein Jahr lang hat die Journalistin Katja Paysen-Petersen einen der berühmtesten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte aufgearbeitet und recherchiert. Entstanden ist eine sechsteilige Podcast-Serie für die Sendung Radiodoku des Bayerischen Rundfunks: Ursula. Der Fall ereignete sich schon vor Katjas Geburt, aber sie kommt auch aus der Region, in der er passierte: am Ammersee.

Ein Polizeifoto der vergrabenen Holzkiste in der 1981 die tote zehnjährige Ursula gefunden wurde.
© dpa - Report
In dieser vergrabenen Holzkiste wurde das tote Mädchen gefunden.

1981 wird hier die zehnjährige Ursula Herrmann entführt und in einer Kiste im Wald vergraben. In dieser Kiste befinden sich Lebensmittel, etwas zu lesen, Licht und ein Belüftungs-System. Doch das funktioniert nicht. Deswegen erstickt Ursula. Sie wird zwei Wochen nach der Entführung gefunden.

"Manche Sachen gehören auch nicht erzählt."
Katja Paysen-Petersen, Journalistin

Lange Zeit wird kein Täter gefasst. Erst 2008 wird ein schon zur Tatzeit Verdächtiger festgenommen. Es kommt zum Prozess und der Mann wird wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge angeklagt und schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Während der Recherche ist Katja sich immer wieder unsicher: Ist der Mann unschuldig oder doch der Täter?

In Eine Stunde Talk erzählt Katja Paysen-Petersen, was sie herausgefunden hat, warum sie die Geschichte gerade heute erzählt und warum ihr der Fall so nahe geht.