Ein Sicherheitsnetz aus Freund*innen und Familie ist bei großen Krisen hilfreich. Farina berichtet, wie sie es fast ganz allein geschafft hat, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Thore Würger ist Psychologe beim Krisendienst Berlin und erklärt, dass Menschen häufig vieles mit sich selbst ausmachen.

Als Farina zehn Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter. Von da an wächst sie bei ihrer Stiefmutter und ihrem Vater auf. Weder durch ihre Mutter noch die Zeit bei ihrem Vater lernt Farina, wie sie in Krisen ihre Emotionen äußern kann oder wie Probleme angesprochen werden können.

"Ich hab auch relativ schnell aufgehört, da Gespräche zu suchen, weil da auch nicht der Raum war."
Farina über die Zeit bei ihrem Vater

Farina sagt selbst, dass ihre Mutter mit Gefühlen nicht umgehen konnte und dadurch auch Konflikte entstanden sind. In der Familie ihres Vaters, bei der sie wohnt, bis sie 17 Jahre alt ist, werden Probleme einfach totgeschwiegen.

"Ich hab gar nicht den Drang verspürt, innere Emotionen zu äußern, sondern hab sie immer ausgelebt."
Farina über ihre vergangene Art mit Emotionen umzugehen

Panikattacken und große Ängste sind Emotionen, die sich bei Farina im Außen ohne Worte zeigten. Nur bei Nachbarsfamilien fühlte sie sich manchmal geborgen.

Krisen überstehen

Mehrere Therapien und Klinikaufenthalte haben Farina gezeigt, dass es auch andere, verbale Lösungen gibt, mit Krisen umzugehen. Farina erzählt, dass sie inzwischen Halt in ihrer Beziehungen gefunden hat. Zusammen mit ihrem Freund wohnt sie bei seiner Familie und fühlt sich dort aufgehoben. Und auch Sport und der Kontakt zu den früheren Nachbarsfamilien helfen ihr.

Psychologe Thore Würger vom Krisendienst Berlin sagt, dass es für manche Menschen schwer ist, sich Hilfe zu holen. Seiner Erfahrung nach halten Menschen meist sehr viel aus, bevor sie sich melden.

Thore Würger rät, sich beim Krisendienst zu melden, um akute Krisen zu besprechen. Die Hemmschwelle kann geringer sein, sagt er, da es sich um eine anonyme und kostenfreie Beratung handelt, die von Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen geführt wird.

* Das Artikelbild ist ein Symbolbild und zeigt nicht die Gesprächspartnerin Farina.

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