Mehr als eine Millionen Kröten und Frösche tragen jährlich freiwilligen Helfer über die Straße. Die Tiere wollen unbedingt zu ihrem Geburtsort. Monika Hachtel vom Naturschutzbund erklärt, wie Helfer mit Fangzäunen und Eimern Tiere retten. 

Jetzt, wo es langsam wärmer wird und gleichzeitig ab und an regnet, beginnen wieder die Amphibienwanderungen. In ganz Deutschland machen sich im im Frühjahr Millionen von Fröschen, Kröten, Molchen und Salamandern auf zu ihren Laichplätzen.

"Ohne Freiwillige, die die Zäune aufstellen und die Tiere einsammeln, gäbe es auf den Straßen ein Massaker."
Monika Hachtel, Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen

Die Tiere suchen immer Gewässer auf, wo sie laichen können. Das sind oft die Teiche, Seen und Tümpel, in denen sie selbst oder sogar schon ihre Eltern geboren sind. "Amphibien sind ortstreu", sagt Monika Hachtel vom Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen. Deswegen gehen sie auf Wanderschaft - und versuchen im Zweifelsfall dabei auch breite Landstraßen zu überqueren.

Das endet oft tödlich - wenn ein Auto direkt über sie drüber fährt, sowieso. Oft reicht aber auch schon ein schnelles Vorbeifahren ohne direkte Berührung. Die Druckwelle des Autos lässt die Atemorgane der Tiere platzen.

Ein Mann mit einem Eimer, in dem sich Kröten und Frösche befinden
© dpa

Viele Freiwillige - von Naturschutzorganisationen oder Einzelpersonen -  versuchen, die meisten Tiere zu retten und nebenbei für die Straßensicherheit zu sorgen. Autos können auf den toten Tieren ins Schleudern geraten.

Die Helfer stellen Zäune auf und graben Fangeimer ein. Die Kröten und Frösche landen darin irgendwann automatisch, weil der Zaun sie davon abhält, auf die Straße zu hüpfen.

Die Helfer kommen in regelmäßigen Abständen vorbei, heben die Tiere in andere, leere Eimer und bringen sie über die Straße. Pro Zaun sammeln die Helfer mehrere Hundert bis über Tausend ein.

"Durch diese Zäune werden sicher über eine Millionen Tiere gerettet."
Monika Hachtel, Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen

Zu den Zäunen und der Arbeit der Freiwilligen gibt es zwei Alternativen: Manche wenig befahrene Straßen mit einer guten Ausweichmöglichkeit werden während der Zeit der Amphibienwanderung gesperrt. Die andere, aber teure Variante: Beim Neubau einer Straße wird das Thema gleich mitgedacht und es werden Tunnel für die Tiere angelegt.