Im Todesfall will sich Torsten Nahm bei minus 196 Grad einfrieren lassen, um dann nach 50 bis 200 Jahren sein Leben fortzusetzen.

Es gibt so vieles, was Mathematiker Torsten Nahm noch erleben möchte - allerdings passt das gar nicht alles in ein Menschenleben. Vieles davon ist bisher auch nur eine Zukunftsvision: Das Weltall zu bereisen, steht ganz oben auf Torstens Wunschzettel.

"Kryonik ist das Zweitschlimmste, was einem passieren kann. Das Schlimmste ist beerdigt zu werden. Ich möchte so lange wie möglich gesund leben. Kryonik ist nur die Notfalllösung."
Torsten Nahm, Risikomanager und Mathematiker

Kryonik ist der Plan B

Er weiß, dass seine Chance all seine Träume zu verwirklichen bei null liegt, wenn er sich im Todesfall begraben oder Einäschern lässt. Die Kryonik, das Einfrieren von Organismen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wiederzubeleben, steckt noch im Entwicklungsstadium. Trotzdem glaubt Torsten Nahm, dass sie seine Chance eine entfernte Zukunft zu erleben, um ein Vielfaches erhöht.

"Es gibt Theorien darüber, dass Krankheiten bekämpft werden können, indem auf zelluläre Ebene Schäden behoben werden."
Torsten Nahm, Risikomanager und Mathematiker

Herstellung der Gesundheit vertraglich festgelegt

Bisher ist das Verfahren der Kryonik sehr teuer. Rund 200.000 Euro kostet ein Platz in einer Kühlkammer in Arizona, den sich auch Torsten Nahm schon gesichert hat. In seinem Vertrag mit dem Kryonik-Unternehmen, das seinen Körper einfriert, wurde auch festgehalten, dass Torstens Gesundheit so gut wie möglich wiederhergestellt wird, bevor er wieder zum Leben erweckt wird. "Weil das Leben nur Spaß macht, wenn man gesund ist und keine chronischen Schmerzen hat", sagt der Risikomanager im Interview bei DRadio Wissen.

"Der Tod ist das absolute Ende von allem, was wir erlebt und gefühlt haben und ich glaube, dass die meisten Menschen das verdrängen."
Torsten Nahm, Risikomanager und Mathematiker

Torsten Nahm über Transhumanismus und Kryonik