Warum Tee nicht einfach mal kalt aufgießen – so wie Cold-Brew-Kaffee? Unser Reporter hat es ausprobiert und weiß, was wir beachten sollten.

Kalte Getränke im Sommer sind erfrischend. Auf der Kaffeeseite wurde der Cold-Brew-Kaffee erfunden. Auf der Teeseite gibt es den Eistee. Unser Reporter Christian Schmitt findet aber, dass Letzterer eher Zuckersuppe ist und hat Tests mit Cold-Brew-Tee gestartet.

"Cold-Brew-Tees selbst zu machen lohnt sich, wenn man Zeit hat und ein wenig vorausplanen kann."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Christian sagt, das Tee machen funktioniert genauso wie beim Cold-Brew-Kaffee. "Man nimmt sich seine Wunschmenge Tee. Das ist grob als Faustregel immer ein Teelöffel Tee auf eine Tasse Wasser", erklärt er.

Für einen Liter Wasser sind das etwa vier bis fünf Teelöffel. Und dann wird der Tee mit kaltem Wasser aufgegossen, statt wie üblich mit warmen Wasser. Denn so entsteht ein ganz anderer Geschmack.

"Das Aufgießen mit kaltem Wasser ist ganz wichtig bei den Cold-Brew-Geschichten. Weil dadurch erst ganz neue Geschmacksprofile ausgebildet werden."
Christian Schmitt, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Durch das heiße Wasser kommt das Koffein beziehungsweise Teein zu Geltung, bei einem Darjeeling zum Beispiel ist das dieser typisch herbe Geschmack. Das herbe Aroma eines heißen Tees verändert sich, wenn wir es kalt werden lassen. Unser Reporter empfindet diesen Geschmack als sehr unangenehm: "Das ist auch der Grund, warum Eistee so viel Zucker braucht, damit er überhaupt lecker schmeckt", sagt er.

Cold-Brew-Tee braucht kaum Zucker

Cold-Brew-Tee hingegen ist viel milder im Geschmack und braucht weniger Zucker. Beim kalten Aufguss ist die Zeit entscheidend. Deswegen muss ein Cold-Brew-Tee mindestens vier Stunden ziehen, am besten über Nacht. "So lösen sich ganz langsam und schonend die Geschmacksstoffe raus. Deshalb heißt Cold-Brew eben nicht: Das ist einfach kalter Kaffee oder kalter Tee", so Christian Schmitt.

Allerdings eignet sich nicht jede Teesorte für die kalte Zubereitung. Ein rauchiger Oolong-Tee schmeckt heiß zubereitet sehr fein, kalt aufgegossen erinnert er Christian Schmitt allerdings eher an Schinkenwasser.

"Dann wird dieses Rauchige, was man bei einem warmen Aufguss gerne mag, bei kaltem Aufguss eklig – wie abgestandenes Schinkenwasser."
Christian Schmitt über kalt aufgegossenen Oolong Tee

Christians Tee-Tipps:

  • Grüner Tee funktioniert generell gut
  • Mango extra für Cold-Brew geeignet
  • Genmaicha
  • Granatapfel
  • Darjeeling
  • Oolong-Tee eher nicht

Es gibt auch Teebeutel zu kaufen, die besonders gut geeignet für Cold-Brew sind. "Das kann man machen, dann hat es halt im besten Fall schon mal jemand getestet, ob es nicht wirklich nach Schinkenwasser schmeckt", sagt Christian Schmitt. Aber wer zu Hause Tee hat, kann einfach mal herum experimentieren – und eventuell den Lieblingstee geschmacklich noch einmal ganz neu entdecken.