Ob Leberwurst, Kondome, Kettenöl, Spülmittel, Kajal oder Servietten - sofort haben wir Bilder im Kopf zu diesen Dingen und wer diese einkaufen würde. Eine Ausstellung zeigt eine Einkaufszettel-Sammlung und die Kunst, die daraus entstanden ist.

Die Trickfilmzeichnerin und Illustratorin Steffi Krohmann sammelt seit 15 Jahren Einkaufszettel. Davon hat sie rund 1000 Zettel eingescannt und auf mimanca.de veröffentlicht. "Mi manca" ist italienisch und bedeutet: "Was ich brauche." Jeder, der Lust hatte, konnte sich einen Einkaufszettel reservieren und daraus ein Lied, Gedicht, Geschichte, Gemälde, Skulptur oder Zeichnung kreieren. Insgesamt 70 unterschiedliche Arbeiten sind entstanden, die in der Ausstellung zusammen mit dem dazugehörigen Einkaufszettel gezeigt werden.

Beispielsweise hat der Künstler Chris Landrock aus dem Zettel "Spülmittel, Creme, Öl, Zahnpasta, Ketchup und Kaffee-Pads" und dem dazu passenden Verpackungsmaterial, das er am Strand fand, eine Collage kreiert. Jan Matthiesen hat aus einem recht chaotischen Zettel ein großformatiges abstraktes Gemälde geschaffen, das dieses Chaos widerspiegelt.

Einkaufszettel, die das Leben schreibt

Der Schauspieler und Autor Tobias Fritzsche hat aus...

  • 6 Eier
  • Schinkenspeck
  • roher Schinken
  • Zungenwurst
  • kleinster Kartoffelbeutel
  • Schokoladen-Pudding zum Kochen
  • Müllbeutel
  • Fleischsalat

...die Geschichte "Mein letzter Fleisch-Einkaufszettel" geschrieben. Die Geschichte eines leidenschaftlichen Fleisch- und Wurstessers, der sich in eine Veganerin verliebt.

"Man hat halt sofort Bilder im Kopf, wie die leben, was sie da einkaufen. Da frag ich mich: Was sind das für Leute, die sich solche Kombinationen überlegen, weil die Kombinationen auch sehr lustig sind."
Steffi Krohmann, Grafikerin

Wer noch Lust hat, sich etwas zu Einkaufszetteln fremder Leute auszudenken - auf mimanca.de gibt es noch welche. Übrigens: Steffi Krohmann, die Einkaufszettel-Sammlerin, schreibt selbst gar keine Einkaufszettel.