Kunst von Frauen in Museen ist immer noch unterrepräsentiert. Das liegt an "der Übermacht der Kunstgeschichte", die männlich geprägt ist, sagt die Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol, Elke Buhr.

Die Guerilla Girls, eine Künstlerinnengruppe, stellen die Zahlen zusammen, wie viel Kunst von Frauen ausgestellt wird: In den 80er Jahren stammten nur 4 Prozent der ausgestellten Kunst von Frauen, aber 83 Prozent von Künstlern, die weibliche Akte darstellen.

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Dass Frauen in den Museen so unterrepräsentiert sind, ändert sich in den Museen nur ganz langsam, sagt Elke Buhr. Sie ist Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol. Ursache sei die Übermacht der Kunstgeschichte, weswegen sich eine Gleichberechtigung bei den Museumssammlungen nur sehr langsam durchsetze. Denn bei zeitgenössischen Biennalen sei das schon anders. Da würde auf Gleichberechtigung geachtet, sodass zur Hälfte Künstlerinnen gezeigt werden.

"Allein durch die Übermacht der Kunstgeschichte, sind die Künstlerinnen stark unterrepräsentiert."
Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol

Lange war in der abendländischen Kunst den Männern das Künstlertum vorbehalten, erklärt Elke Buhr. Frauen war es gar nicht erlaubt, auf Kunstakademien zu gehen. Sie waren von der Kunst wie von anderen Arbeitsbereichen strukturell ausgeschlossen. Vor rund 100 Jahren sind die ersten Frauen auf Kunsthochschulen zugelassen worden, berichtet Elke Buhr.

"Bis heute ist es so, dass die Preise von Werken von Männern viel höher sind als die von Frauen."
Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol

Noch immer sei es so, dass in einem System, in dem die Männer das meiste Geld haben und für Kunst ausgeben, mehr Kunst von Männern kaufen und so der Preis der "Männer-Kunst" steigt, erklärt Elke Buhr.

Die Herausgeberin des "Kunstkompass", Linde Rohr-Bongard, hat gegenüber der Deutschen Welle gesagt: Am besten verkaufen sich die Männer wie Gerhard Richter. Rosemarie Trockel, auf Platz drei, gehört zu den wenigen Frauen, die sich auf dem Markt durchsetzen können. Die Erlöse der Frauen bleiben weit hinter denen ihrer männlichen Kollegen zurück, sagt Linde Rohr-Bongard.

Zeitgenössische Ausstellungen setzen auf Gleichberechtigung

In der Kunst des 20. Jahrhunderts, der Kunst der Moderne, sind diese Strukturen deutlich zu sehen, sagt Elke Buhr. Bei zeitgenössischen Ausstellungen könnte man inzwischen eine gewisse Ausgeglichenheit feststellen wie beispielsweise bei der letzten Venedig Biennale, in der gleich viele Künstlerinnen wie Künstler gezeigt wurden.

Männer beherrschen den Kunstmarkt

Bei diesen zeitgenössischen Ausstellungen handelt es sich zunächst um eine Vorstellung der Werke – gekauft sind diese meist noch nicht. Wenn es dann um die nächste Hürde gehe, nämlich von einem Museum angekauft zu werden, dann haben Künstlerinnen meist das Nachsehen gegenüber den Künstlern.

"Wenn Kunst von Museen angekauft wird, geht das immer noch zugunsten der Männer, wenn auch lange nicht mehr so krass wie früher."
Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol

Inzwischen sei die Debatte um Diversität in Museen immer wichtiger geworden und jedes Museum reagiere darauf anders. Das Baltimore Museum beispielsweise hat entschieden, nur noch Kunst von Frauen zu kaufen, und die Tate in London hat für die Ausstellung über Nachkriegskunst entschieden, nur Künstlerinnen zu zeigen.

Daneben gebe es aber immer noch Kuratorinnen und Kuratoren, die argumentieren, dass es ihnen um die Inhalte gehe und nicht um das Geschlecht, sagt Elke Buhr. "Aber diese Argumentation wird immer weniger, weil klar ist, dass das so nicht mehr aufrechtzuerhalten ist."

Petitionen wollen Einfluss auf Ausstellungen nehmen

Daneben gibt es Gruppen von Künstlerinnen und Künstlern und Aktivisten, die über Online-Petitionen versuchen, Einfluss auf die Ausstellungen in Museen zu nehmen. Grund dafür sei, dass die Aktivisten den Eindruck haben, bestimmte Museen würden ihrem Auftrag nicht gerecht werden. Der laute: mit den Ausstellungen die gesamte Bevölkerung anzusprechen. Elke Buhr erinnert an die Entstehungsgeschichte von Museen, die ein Ergebnis der Französischen Revolution sind. Damals sagten die Menschen, nicht der König soll die ganzen Kunstschätze besitzen, sondern das Volk. Wenn Ausstellungen in Museen für das Volk gemacht sind, dann sollten diese auch beide Geschlechter repräsentieren.

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Diese Petitionen und Proteste zeigen Effekte, sodass Museen beginnen, ihre Ausstellungskonzepte zu überarbeiten, "weil sie keine Lust darauf haben, schlechte Presse zu bekommen", sagt Elke Buhr.