Carina Baumann bleiben 36 Stunden Zeit, dann muss sie ihr Ziel erreicht haben. Sie arbeitet im Nebenjob als Kurierin für Blutstammzellen. Kommt sie zu spät, kann das für den Patienten tödlich sein.

Eigentlich arbeitet Carina als freiberufliche Juristin. Bis vor ungefähr drei Jahren ein Kollege ihr von dem Job als Kurier für Blutstammzellen erzählt hat. Seitdem bringt sie nebenberuflich im Schnitt zweimal im Monat Blutstammzellen dorthin, wo sie gebraucht werden. Carina findet die Kombination aus Helfen und Reisen großartig.

Carina Baumann im HR-Studio
© Bianca Ruprecht
Carina Baumann während des Interviews im Studio

In Frankfurt bereitet ein Team alles für den Transport vor. In einer speziellen Kühlbox werden die Blutstammzellen transportiert. Der Transport wird bei den Grenzkontrollen angemeldet, weil die Box auf keinen Fall geröntgt werden darf. Ihren letzten Kurierflug unternahm Carina nach Florenz, der nächste geht nach Tel Aviv. Alles muss schnell gehen, denn nach spätestens 36 Stunden müssen die Blutstammzellen den Patienten erreicht haben.

"Es kann auch sein, dass ich in den USA abhole und die Spende nach Italien bringe."
Carina Baumann, Kurierin für Blutstammzellen

Damit der gesamte Transport reibungslos abläuft, treffen sich alle Beteiligten zuvor und sprechen haarklein alle Details durch. Für Notfälle hat Carina zwei bis drei Ansprechpartner, "wenn das nicht so läuft, wie das geplant war. Und das kommt sehr oft vor." Beispielsweise kommt es zu Verzögerungen, weil ein Flugzeug verspätet ist.

Weltweiter Austausch an Blutstammzellen

In der Regel kühlt die Transportbox die Blutzellen rund 100 Stunden. Allerdings sollte die Spende innerhalb von 24 Stunden, spätestens aber innerhalb von 36 Stunden ankommen. Trotz der ausführlichen Planungen treten ganz unvorhersehbare Schwierigkeiten auf wie Kommunikationsschwierigkeiten mit dem Taxifahrer. Für solche Fälle hat sich Carina gewappnet und kennt den Stadtplan und die Route vom Flughafen bis zum Krankenhaus: "Damit ich nicht verloren bin und mich auf andere verlassen muss."

Sechs Millionen Spender in Deutschland

Auf die Blutstammzellen warten Leukämie-Kranke. Für jeden Patienten muss zuvor der passende Spender gefunden werden. Spender sind im Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD) in Ulm gespeichert. Es ist das größte Register in Europa und das zweitgrößte der Welt. Weltweit werden 16.000 Blutstammzell-Transplantationen vorgenommen. Für jede vierte kommen die Spender aus Deutschland.

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