Durch Kuscheln schütten wir Glückshormone aus. Aber was machen wir, wenn gerade niemand da ist, der uns in den Arm nimmt? Achim war bei einem Kuschelservice und erzählt, wie er es fand. Neurowissenschaftlerin Rebecca Böhme erklärt, was Berührung mit uns macht.

Nach einer Trennung und während des Social Distancing in der Corona-Pandemie hat Achim schwer unter einem Mangel an Nähe zu Menschen gelitten. Nachdem er frisch nach Halle umgezogen war, fühlte er sich ohne viele Bezugspersonen auch körperlich allein.

Seine Freund*innen wollten Achim zu diesem Zeitpunkt nicht in Form von platonischer körperlicher Nähe helfen. Sie hatten unter anderem die Sorge, dass bei körperlicher Nähe unter Freunden auch romantische Gefühle entstehen könnten.

Kuschelhormon Oxytocin

Ganz abwegig ist diese Befürchtung nicht, erklärt Neurowissenschaftlerin Rebbeca Böhme. Beim Kuscheln wird nach kurzer Zeit das Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin wirkt sexuell stimulierend. Es ist auch auf platonischer Ebene dafür zuständig, Bindung, Vertrauen und das Gefühl von Liebe zu stärken, das haben Studien ergeben.

Professionell kuscheln

Nachdem Achim damals niemanden zum Kuscheln gefunden hatte, machte ihn seine Schwester auf ein Angebot für professionelles Kuscheln aufmerksam: Eine Stunde Kuscheln für 70 Euro. Das wollte Achim ausprobieren. Am Ende nahm er 20 Kuschel-Stunden.

"Vorab wurde erklärt, dass man sich nicht in der Bikinizone berühren darf und dass man angezogen kuschelt."
Achim über den Ablauf beim professionellem Kuscheln

Die professionelle Kuschelpartnerin von Achim war Elisa vom Kuschelservice. Gekuschelt wurde in einem großen Bett in ihrer privaten Wohnung. Bevor es losging, wurde über die Regeln gesprochen. Elisa erklärte ihm, wo sie einander berühren dürfen und wo nicht. Damit das Kuscheln streng platonisch blieb, änderten sie manchmal auch ihre Kuschel-Position, wenn sie versehentlich eine erogene Zone berührt hatten, erzählt Achim.

Kuscheln für die Seele

Beim professionellen Kuscheln hat Achim viele positive Momente erlebt – so wie er es auch vom Kuscheln mit einer vertrauten Person kennt. Er konnte beim Kuscheln mit Elisa tatsächlich für den Moment abschalten und hat sich einfach nur leicht und glücklich gefühlt, sagt Achim.

"Bei der ersten Kuschelsession hab ich mich total leicht gefühlt und war danach ausgeglichen."
Achim über die positiven Folgen vom professionellen Kuscheln

Wer professionelles Kuscheln ausprobieren möchte, aber nicht so tief in die Tasche greifen will, kann auch zu Kuschelpartys gehen. Hier kuscheln unterschiedliche Menschen kostenfrei und nach Regeln miteinander. Auch Achim ist schon auf Kuschelpartys gewesen.

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Nähebedürfnis beim Kuschelservice stillen - Gespräch mit Achim
  • Was körperliche Nähe mit unserem Körper macht - Gespräch mit Rebecca Böhme
  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gast:  Achim, hat eine professionelle Kuschlerin besucht
  • Expertin:  Rebecca Böhme, Neurowissenschaftlerin