Wer durch Kreuzberg läuft, bekommt an jeder Ecke ‘nen Döner oder ‘ne Pommes. In Kairo und ganz Ägypten ist Kushari das Streetfood Nummer Eins: ein Gericht aus Linsen, Nudeln, Reis, gerösteten Zwiebeln und Tomatensoße.

Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise steht Kushari (auch "Koshari" genannt) bei vielen Ägyptern weit oben auf der Speisekarte. Dass das vegetarische Gericht so beliebt ist, liegt auch daran, dass es einfach nicht teuer ist. Fleisch ist in Ägypten zudem keine alltägliche Speise - schon aus Kostengründen.

Macht richtig, richtig satt

Kushari ist dafür ein nahrhafter, leckerer und vor allem günstiger Sattmacher - den man fast jeden Tag essen kann. Die Zubereitung ist allerdings ziemlich aufwändig, da so viele unterschiedliche Zutaten dazu gehören. Daher kaufen viele Familien die warme Speise lieber in Straßenküchen.

Drei bis sechs ägyptische Pfund kostet eine Portion Kushari, das sind etwa 50 bis 60 Cent pro Person. Ein Preis, den sich viele noch leisten können. In vielen Lebensbereichen sind die Preise dagegen stark gestiegen. Etwa bei Wasser oder Strom machen sich gekürzte Subventionen bemerkbar. "Bei den Lebensmitteln macht sich das vor allem bei Milch, Äpfel, Gurken bemerkbar", sagt Ägypten-Korrespondentin Anne Allmeling.

Flexible Zutaten

Auch Kushari ist etwas teurer geworden. Allerdings kaum vergleichbar mit anderen Produkten. Denn alle Zutaten stammen aus Ägypten und müssen nicht importiert werden. Dass das Gericht aus so vielen unterschiedlichen Zutaten besteht, hat übrigens auch einen Vorteil, verrät Anne Allmeling: Werden Kircherbsen beispielsweise teurer, dann kommen eben einfach weniger davon in den Topf.