Elias stürzt beim Turnen an den Ringen ab. Er landet auf dem Kreuz - zwei Wirbel sind gebrochen. Von der Brust an abwärts ist Elias querschnittsgelähmt. Dann passiert ein kleines Wunder.

"Ich glaube, ich werde nie wieder laufen können" - dieser Gedanke ist immer wieder da. Seit dem Unfall im Januar 2015: Elias Fritz ist Sportstudent in Freiburg. Er ist auf dem Weg zu seinem Turnseminar. Die Studenten bereiten sich auf eine Prüfung vor. Sie sollen einen Rückwärtssalto von den Ringen machen.

"An dem Tag habe ich es mir fest vorgenommen. Ich habe mir gesagt: Heute werde ich definitiv loslassen und werde den Salto rückwärts machen."
Elias erzählt vom Tag des Unfalls

Doch als er los lässt, passiert es: Er landet auf dem Rücken, ein Schmerz sticht durch seinen Körper und er weiß sofort: Ich kann meine Beine nicht mehr bewegen. Eine Querschnittslähmung, das dachte er, ist wie ein Todesurteil. Er wird ins Krankenhaus gebracht und operiert. Laut MRT ist die Lage ernst. Der 11. und 12. Brustwirbel sind gebrochen.

Mann im Sonnenschein
© Christian Rex
Elias Fritz ist Sportstudent, beim Training kommt es zu einem schlimmen Unfall.

Elias versucht stark zu bleiben

Elias ist querschnittsgelähmt. Die Heilungs- oder Verbesserungschancen sind gering. Aber: seine Lähmung ist "inkomplett" - das heißt, "dass er zwar teilweise noch etwas gespürt hat, aber ein Großteil eben gelähmt und die Sensibilität stark eingeschränkt war“, sagt seine Physiotherapeutin Kathrin.

Trotz dieser niederschmetternden Diagnose versucht Elias positiv zu bleiben. Er motiviert sich selbst mit guten Gedanken, meditiert und versucht stark zu bleiben.

"Egal was passiert, welche äußeren Umstände auch auf mich zukommen mögen, ich weiß, dass mein Glück in mir liegt und dass ich ein glückliches Leben führen kann. Das hat mir das Vertrauen gegeben, dass alles gut wird und auch gut ist."
Elias über seine Selbstmotivation

Nach der Operation kommt Elias in eine Spezialklinik. Mit einer Physiotherapeutin trainiert er zwei Mal am Tag. Er hat viel Besuch - von seinen sieben Geschwistern, seinen Eltern und Freunden. Und er arbeitet hart an sich: "Das schlimmste Fußballtraining, das ich je durchgemacht habe, war lange nicht so anstrengend wie Physiotherapieeinheiten in dieser Zeit, wo es einfach nur darum ging, sein rechtes Bein zu heben."