Der Klimawandel verändert die Landwirtschaft. Deutschland als Lieferant von Süßkartoffeln, Melonen und satten Rotweinen - das wird gerade Realität.

Es ist ein eher harmloses Feld in Oberbayern. Im Mais versteckt liegt jedoch eine für deutsche Verhältnisse eher ungewöhnliche Anbaufläche: Hier züchten die jungen Landwirte Thomas Barth und Patrick Kirschner Melonen. In sogenannte Folientunnel wachsen auf dem Feld insgesamt sieben Sorten Wasser- und Zuckermelonen. 

Hoch im Norden: Sylts Weinstöcke

Zum Melonenanbau inspiriert hat die Landwirte ein Besuch einer italienischen Plantage. Zwar hatten die ausgebildeten Landwirte zunächst Schwierigkeiten, die richtigen Bedingungen zu schaffen, mittlerweile aber bekommen die Früchte genug Sonne, Wasser und sind vor Kälte geschützt. Noch orientiert sich das Melonen-Business der beiden Bayern auf regionale Hofmärkte, aber ein Ausbau ihres Geschäfts ist nicht unrealistisch. 

Viele deutsche Bauern beschäftigen sich aktuell damit, neue Sorten in Deutschland anzubauen: Feigen, Ingwer, Mandeln oder Oliven sind denkbar. Also vieles, was bisher typisch für Südeuropa ist. Möglich wird das auch durch das veränderte Klima, vor allem höhere Temperaturen in unseren Breitengraden.

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Ein weiteres Indiz der veränderten Bedingungen für die Landwirtschaft ist die Verschiebung des "Wein-Äquators". Die klassischen Weinländer Europas sind Italien, Spanien oder Frankreich. Von deutscher Seite mischte bisher vor allem der Süden Deutschland mischt mit. Die europäischen Anbaugebiete allerdings verschieben sich mehr und mehr in den Norden, erklärt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut.

"In Schweden oder im Norden Deutschlands ist das schon möglich. Genauso wie der Weinbau in Südengland deutlich zunimmt."
Ernst Büscher, Deutsches Weininstitut

Während in Norddeutschland eher die Weißwein-Sorten dominieren, nimmt anderswo der Anteil von Sorten wie dem französischen Merlot zu. Zwingend ist eine Umstellung der Sorten bisher nicht, aber es ist ein Experimentierfeld, das Winzer ausloten. "Bisher macht die Rebfläche dieser Sorten nur ein Prozent der Gesamtrebfläche aus. Die Winzer probieren die Sorten jedoch aus", erklärt Ernst Büscher. Noch bleibt Deutschland zwar Riesling-Land, der Anteil neuer Sorten allerdings wird steigen, prognostiziert Weinexperte Ernst Büscher. Und auch in anderen Landwirtschaftszweigen könnte das Angebot in Zukunft noch etwas bunter werden.