Das Leben ist voller Brüche. Es lohnt nicht, sich an verlorenen Dingen festzuhalten. Besser die neuen Lebensabschnitte erkennen und sich auf einlassen. DRadio-Wissen-Reporter Stephan Beuting hat das in Guatemala gelernt. Von Dieter "Ernesto" Fleddermann.

Wenn man Dieter anschaut, dann schaut er immer ein bisschen mehr zurück. Ernst-Dieter Fleddermann ist ausgebildet als Realschullehrer, aus dem Sauerland und von Natur aus umtriebig. Er denkt in Lebensabschnitten. Das heißt, dass in seinem Leben nicht alles kontinuierlich verlaufen muss.

"Ich hatte das Gefühl, wenn meine Kinder mit 18 Jahren volljährig sind, beginnt etwas Neues. Da habe ich mich von meiner Partnerin getrennt."
Dieter Fleddermann

Mit seiner neuen Partnerin ist Dieter seit 24 Jahre zusammen; er hat nicht das Gefühl, alle drei Jahre alles umschmeißen und verändern zu müssen. Für Stephan ist dieses "Lebensabschnitte erkennen" zum Motto geworden. Zum Beispiel als seine Familie an die Stelle seines freien Studentenlebens ohne Verpflichtungen trat. "In dem Moment, wo ich das als Lebensabschnitt sehe, denke ich weniger 'Schade, dass das nicht so weitergeht' sondern 'Schön, dass es so lange so gut geklappt hat'."

Ein neues Leben in Chile

Seit einigen Jahren lebt Dieter in Chile, ein neuer Lebensabschnitt. Dort nennt er sich Ernesto, weil die Menschen diesen Namen besser aussprechen können, behauptet er. Er wohnt in der Atacama-Wüste, in einem Canyon, an einem Fluss, der immer Wasser führt, in einem kleinen Haus aus Adobe-Ziegeln. Einsam. Aber es fühlt sich richtig an.