Im Sommer gammelt Obst und Gemüse etwas schneller – besonders im Obstkorb und sogar im Kühlschrank. Die Biologin Jasmin Schreiber erklärt, warum das so ist und wie manche Sachen länger halten.

Frisches Obst und Gemüse macht mit 34 Prozent den größten Teil von Lebensmitteln aus, die in Haushalten in Deutschland weggeworfen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft von 2021.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Frisches Obst und Gemüse ist grundsätzlich nicht einfach zu lagern. Das liegt an den jeweiligen Sorten individuell und daran, wie diese Nahrungsmittel während der Lagerung aufeinander reagieren. Manche Sorten, die sogenannten klimakterische Sorten reifen nach, andere nicht, das sind die antiklimakterischen Sorten.

"Die Faustregel ist, dass man Obst und Gemüsesorten nicht zusammenpackt, wenn sie unterschiedliche Reifearten haben. Die, die nachreifen lieber nicht zusammenpacken mit denen, die nicht nachreifen."
Jasmin Schreiber, Biologin und Schriftstellerin

Diese Obst- und Gemüsesorten reifen nach (eine Auswahl):

  • Äpfel
  • Aprikosen
  • Avocados
  • Bananen
  • Birnen
  • Feigen
  • Kiwis
  • Mangos
  • Nektarinen
  • Pfirsiche
  • Pflaumen
  • Tomaten

Diese Obst- und Gemüsesorten reifen nicht nach (eine Auswahl):

  • Ananas,
  • Auberginen
  • Brombeeren
  • Erdbeeren
  • Gurken
  • Himbeeren
  • Kohlsorten
  • Kirschen
  • Lauch
  • Limetten
  • Möhren
  • Orangen
  • Paprika
  • Weintrauben
  • Zucchini

Diese beiden Gruppen sollten möglichst getrennt gelagert werden. Zur Not lassen sie sich auch in einem Kühlschrank aufbewahren, am besten aber in verschlossenen Behältern – in Plastikdosen zum Beispiel. "Wenn ich was lange lagern will, ist es immer gut, wenn man da so ein bisschen googelt", sagt Jasmin Schreiber.

Reifegas kann andere Sorten schlecht werden lassen

Wenn etwas nachreifen soll, dann gelingt das am besten außerhalb des Kühlschranks. Ist etwas schon sehr reif, kann es meistens auch gekühlt werden – allerdings möglichst moderat. Dafür sei die Gemüseschublade im Kühlschrank gemacht, sagt Jasmin Schreiber. Dort sei es weniger kühl als in anderen Fächern, so die Biologin.

Wer frische Sachen längere Zeit lagern will, müsse wirklich für die Einzelfälle Google bemühen, sagt Jasmin Schreiber. Manche Sorten entwickeln ein Reifegas, dass andere Sorten schneller nachreifen lässt. Sie sagt: "Alle nachreifenden Sorten produzieren ein bestimmtes Gas. Es heißt Ethylen."

"Wenn ich Obst oder Gemüse, das noch nachreift, zusammen mit Gemüse wie einer Gurke, die nicht nachreift, in den Kühlschrank packe, kann es sein, dass das nachreifende Obst das andere Obst oder Gemüse schlecht macht", sagt Jasmin Schreiber.