Jeder von uns wirft jedes Jahr 80 Kilogramm Essen weg, täglich 220 Gramm. 61 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle in Deutschland gehen auf das Konto von Privathaushalten. 

Das hat eine Studie der Uni Stuttgart aus dem Jahr 2012 herausgefunden. Diese Zahlen beinhalten allerdings auch Reste, die wirklich nicht mehr zu verwerten sind - außer vielleicht für den Kompost. 

"Das ist aber die Gesamtmenge, da sind dann auch Bananenschalen und Knochen drin."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Global betrachtet landet etwa ein Drittel aller Lebensmittel, die produziert werden, in der Tonne. Das sagt die FAO, die Ernährungs-Organisation der Vereinten Nationen.

Zu schade zum Wegschmeißen

Das Problem an der Sache ist jetzt, dass die Herstellung von Lebensmitteln wirklich aufwändig ist. Das Bundesumweltministerium gibt an, dass unsere Ernährung genauso viel CO2 freisetzt wie unserer Mobilität - durch den Transport, die Verarbeitung und die Lagerung. Außerdem wird sehr viel Wasser und Fläche verbraucht. Vor allem auch um Futter für das Vieh zu produzieren und anzubauen. Aber: Diese Umweltkosten sind in den Preisen unserer Lebensmittel nicht drin, sonst wären sie nicht so billig wie es häufig der Fall ist.

"Ich hab mich einfach entschieden, dass ich Essen zu wertvoll finde und dafür dann ertragen kann, dass mich andere Leute auch mal komisch finden."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Verenas Tipps 

Verena von Keitz ist bei uns in der Redaktion bekannt dafür, dass sie kein Essen wegwirft und sich auch um die Reste anderer kümmert. Sie sagt: "Eigentlich ist das kein Hexenwerk."

  • Ich kaufe so ein, dass ich nicht zuviel habe.
  • Ich koche immer so, dass ich alle Reste verbrauche.
  • Ich habe einen guten Überblick in meinem Kühlschrank. 
  • Ich schere mich nicht wirklich ums Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern setze meine Nase und meinen Geschmackssinn ein und checke, ob die Milch noch gut ist oder der Käse. 
  • Ich achte auch bei Essensveranstaltungen darauf, dass nichts im Müll landet, was noch gut ist. Ich bin diejenige, die allen noch was einpackt für den nächsten Tag.
"Wenn was schlecht ist, dann kann ich das ohne Probleme wegschmeißen. Geht ja nicht darum sich den Magen zu verderben."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin