Er ist voll unsympathisch, faul und verfressen und hält sich für was Besseres: Ignatius Reilly hält uns alle für dämlich, der Held in John Kennedy Tooles Roman "Die Verschwörung der Idioten". Das perfekte Buch für den Moment, in dem du umzingelt bist von Dummheit.

Gut, Ignatius Reilly ist einsam, 30 Jahre alt und lebt noch mit seiner Mutter zusammen. Sie versorgt ihn und er hat alle Zeit der Welt, fett auf dem Bett zu liegen und sich wahnsinnige Gedanken über die Menschheit zu machen.

"Sein Spott trifft die gesamte Menschheit, die nicht begreifen will, oder kann, wie dämlich sie ist. Nach einem Zeitalter der Ordnung, Ruhe und Einheit, war nun die Ära des Dungs und Straßenkots angebrochen."
Lydia Herms, DRadio-Wissen-Autorin

Nach ein paar Unannehmlichkeiten nimmt Ignatius doch noch eine Job an, verliert ihn aber bald wieder, weil er eine andere Auffassung zum Ablagesystem hat. Er wird Hot-Dog-Verkäufer und sein bester Kunde. Seine Nachbarschaft in New Orleans beginnt er mit bösen Briefen zu erziehen.

Pulitzer-Preis posthum

Keine leichte Kost "Die Verschwörung der Idioten", aber ein Klassiker der US-amerikanischen Literatur. John Kennedy Toole schreibt den Roman 1969 als er 31 Jahre alt war - während seines Militärdienstes in Puerto Rico. Veröffentlicht wurde dieser erst 1980, elf Jahre nach seinem Selbstmord. Posthum wurde ihm 1981 der Pulitzer-Preis verliehen. 2011 ist der Roman in einer Neuübersetzung von Alex Capus erschienen.