Bucket Lists haben manchmal den Charakter einer Lebensplanung. Jens Braak hält das für Irrsinn. Denn erstens ist das Leben sowieso nicht planbar. Und zweitens hält der Zufall so viel Positives bereit.

Jens Braak ist Unternehmensberater und Coach, aber auch promovierter Physiker. Als solcher zeigt er in seinen Vorträgen ein Pendel und auch eine farbige Flüssigkeit, die sich in einem Behälter mit Wasser verteilt. Der Unterschied: Das Pendel ist eine einfache Bewegung, hin und her, definierte Geschwindigkeit, feste Größen wie Reibung und Gravitation - das lässt sich berechnen. Die farbige Flüssigkeit im Wasser dagegen ist komplex. So komplex, dass kein Physiker, kein Supercomputer dieser Welt die genaue Ausbreitung im Wasser vorhersagen kann. Braak sagt: Da ist Zufall im Spiel. Genauso wie in Unternehmen, in Geschäftsprozessen, im ganzen Leben.

Listen als Inspirationsquelle

Ganz im Gegenteil zur exakten Planung sollten wir dem Zufall auch mal eine Chance geben. Manchmal kann aus unerwarteten Ereignissen, sogar aus Rückschlägen, auch Gutes entstehen. Zum Beispiel eine Beziehung, die sich nur deshalb gefunden hat, weil das Reisebüro das Hotel verwechselt hat und die zwei Menschen sich genau dort kennengelernt haben. Hätte vorher auf der Bucket List das eigentlich geplante Hotel gestanden, und der Reisende wäre auch dort gelandet (das ist dann ein "Check" auf der Liste) - die neue Liebe hätte er nicht gefunden.

Jens Braak findet Listenschreiben nicht schlecht, aber nur, wenn man sich nicht krampfhaft daran abarbeitet. Und wenn diese Listen eher Inspirationsquelle sind als konkrete To-Do-Anweisungen.

Braak propagiert das Chancenmanagement:

  1. Viele Chancen erzeugen
  2. Entscheidungen treffen (nicht zu viel hin und her)
  3. Flexibel und neugierig sein. Einfach mal schauen, was so passiert.